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Die Al-Khafji-Meerwasserentsalzungsanlage produziert mithilfe von Umkehrosmose 60.000 m3 Süßwasser pro Tag. Als Hauptauftragnehmer für die Elektro-, Mess- und Regeltechnik lieferte Siemens für die Energieversorgung der Anlage auch Transformatoren aus Weiz © Siemens
Die Al-Khafji-Meerwasserentsalzungsanlage produziert mithilfe von Umkehrosmose 60.000 m3 Süßwasser pro Tag. Als Hauptauftragnehmer für die Elektro-, Mess- und Regeltechnik lieferte Siemens für die Energieversorgung der Anlage auch Transformatoren aus Weiz © Siemens

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Nachhaltiges, sauberes Wasser

28.08.2019

In Saudi-Arabien ist Süßwasser ein kostbares und rares Gut. Gleichzeitig steigt der Bedarf für die private Nutzung, die Landwirtschaft aber auch die Industrie rasant an. Um diesen zu decken wird in dem Land, in dem große Teile Wüstengebiete sind, schon seit Langem Meerwasser entsalzt. Aus Sorge über die Folgen des Klimawandels setzt das saudi-arabische Versorgungsunternehmen KACST (King Abdulaziz City for Science and Technology) nun erstmals auf die Sonne als Energiequelle für den energieintensiven Prozess. Denn die Meerwasserentsalzung ist eine der größten Produzenten von Kohlendioxid- (CO2-) Emissionen im Nahen- und Mittleren Osten.

In der Nähe der Stadt Al Khafji, an der Küste des Persischen Golfs, entstand ab 2016 die Anlage mit einer Kapazität von 60.000 m3 Trinkwasser pro Tag, die künftig auf bis zu 90.000 m3 pro Tag erweitert werden kann. Das ambitionierte Projekt wurde durch die Wasserentsalzungsexperten von Rawafid Industrial und Advanced Water Technology (AWT) entwickelt und realisiert. Die neue Anlage, die ein zweistufiges Umkehrosmoseverfahren verwendet, wird von einem nahegelegenen Solarkraftwerk mit einer Anschlussleistung von 20 MVA mit elektrischer Energie versorgt. Der Anlagenbetrieb ist auf die verfügbare Sonnenenergie abgestimmt, sodass für die Wassergewinnung ein möglichst großer Anteil an nachhaltiger Energie verwendet wird. Das führt nicht nur zu erheblichen CO2-Einsparungen, sondern auch zu niedrigeren Betriebskosten.

Die Spitzenleistung des Photovoltaik-Kraftwerks übertrifft den tatsächlichen Bedarf der Entsalzungsanlage, daher kann tagsüber die überschüssige Energie ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Österreichische Siemens Spezialisten auch international gefragt

Angesichts eines sehr straffen Zeitplans legten Rawafid und AWT bei der Auswahl ihrer Projektpartner besonderen Wert auf Zuverlässigkeit und Erfahrung. Für die Elektro-, Automatisierungs- und Instrumentierungspakete wählte man die Siemens AG Österreich als Generalunternehmer. "Um ein solches Projekt realisieren zu können, vergeben wir das komplette Elektro-, Steuerungs- und Instrumentierungstechnikpaket vorzugsweise an ein Unternehmen. Bei diesem Projekt fiel unsere Wahl auf Siemens, ein führender Anbieter von elektrotechnischer Ausrüstung für die Strom- und Wassererzeugung. Siemens erzeugt alle Komponenten für die Stromübertragung und -verteilung, Niederspannungsverteiler und Steuerungssysteme selbst", so Ing. Ali Awadallah, CEO von Rawafid Industrial und Projektleiter. "Zudem ist das Siemens-Steuerungssystem universell einsetzbar und kann in verschiedenen Branchen wie Öl und Gas, Petrochemie, Raffinerien und Wasseraufbereitung verwendet werden. Wir haben in den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits in der Vergangenheit mit Siemens Österreich zusammengearbeitet - eine Zusammenarbeit, die sehr erfolgreich war."

Logistische Herausforderung: 37.000 Einzelteile mit einem Gewicht von 425 Tonnen

Siemens ist es gelungen, alle Systeme und Komponenten innerhalb der geforderten kurzen Zeitspanne zu planen, zu fertigen und zu liefern. Nach der Auftragserteilung entwickelte Siemens Salzburg eine umfassende Lösung für die Elektro- und Automatisierungstechnik, Mittelspannungsverteilung NXPLUS C inkl. SIPROTEC-Schutzsystemen, Niederspannungsverteilung SIVACON S8, Stromschienenverteilsysteme SIVACON 8PS, SINAMICS-Frequenzumrichtern und SITRANS Prozessmesstechnik zur Überwachung von Durchfluss, Niveau, Druck und Temperatur. Zudem wurden 8 Trafos aus Weiz geliefert. Die Vernetzung der unterschiedlichen Komponenten erfolgte mithilfe der industriellen SCALANCE Kommunikationstechnologie. Das Steuerungssystem für die die gesamte Wasseraufbereitung inkl. Energieverteilung basiert auf dem Prozessleitsystem SIMATIC PCS 7. Das Gesamtgewicht der aus 37.000 Einzelteilen bestehenden Ausrüstung, die nach Al Khafji geliefert wurde, betrug 425 Tonnen. Dass diese logistische Herausforderung bewältigt werden konnte, war eine weitere große Leistung des Siemens-Teams. Alle Systeme standen pünktlich zur Installation bereit.

Leuchtturmprojekt und Meilenstein im Streben nach Nachhaltigkeit

Die Anlage läuft seit ihrer Inbetriebnahme reibungslos und produziert Wasser in besserer Qualität als erwartet. Die weltweit erste solarbetriebene Großanlage zur Meerwasserentsalzung dient auch als Leuchtturmprojekt für ähnliche Anlagen und ist ein Meilenstein im Streben nach Nachhaltigkeit. Da durch den Einsatz erneuerbarer Energien sowohl die Betriebskosten als auch die CO2-Emissionen gesenkt werden können, wird die Entsalzung zu einer zunehmend rentablen und nachhaltigen Methode zur Gewinnung und Bereitstellung von sauberem Wasser.

Siemens Österreich holt Folgeauftrag für acht weitere Meerwasserentsalzungsanlagen

Aufgrund des großen Erfolgs und der hohen Kundenzufriedenheit erteilte das Konsortium A3C (AWT, Rawafid, SETE und Al Fatah) Siemens den Auftrag, in Saudi-Arabien acht weitere Meerwasserentsalzungsanlagen mit elektrotechnischer Ausrüstung auszustatten, wobei alle Systeme innerhalb von elf Monaten betriebsbereit sein sollen.

Rückfragehinweis:
Siemens AG Österreich
Kerstin Glatz-Krainz Tel.: +43 (0) 51707 23099
E-Mail: Karin-kerstin.glatz-krainz@siemens.com 
Walter Sattlberger Tel.: +43 (0) 51707 20222
E-Mail: Walter.sattlberger@siemens.com
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