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Jungforscher*innen mit Life Science Awards ausgezeichnet

17.09.2019

Bei der größten österreichischen Life-Science-Tagung sind am Montag in Salzburg junge Wissenschafter*innen für ihre international aufsehenerregenden Arbeiten prämiert worden: Die Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) zeichnete bei ihrer 11. Jahrestagung Jörg Renkawitz (IST), Sandra Schick (CeMM) und Aline Telzerow (TU Graz) aus. Für ihre Dissertationen erhielten Thomas Gaßler (BOKU) und Harris Kaplan (IMP) einen Preis. In der Kategorie Grundlagenforschung ging der Life Science Research Award 2019 an Jörg Renkawitz vom Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg (IST).

Hindernisparcours für weiße Blutkörperchen

Renkawitz hat in seiner im Fachjournal Naturepublizierten Arbeit mittels eines innovativen Hindernisparcours im Mikrometer-Bereich die Wanderung von weißen Blutkörperchen mikroskopisch verfolgt und dabei wichtige Erkenntnisse erhalten. So konnte unter anderem gezeigt werden, dass diese Zellen den Weg des geringsten Widerstandes benutzen und der Zellkern dabei als Maßstab benutzt wird. Diese Forschungsergebnisse können helfen zu verstehen, wie Krebszellen wandern, was für neue Krebs-Therapieansätze bedeutsam werden könnte.https://www.nature.com/articles/s41586-019-1087-5

An jeder fünften Krebserkrankung beteiligt: Preis für Analyse von BAF-Mutationen

An jeder fünften menschlichen Krebserkrankung ist eine Mutation in einem der BAF-Komplex-Gene beteiligt. Wie diese BAF-Mutationen zur Krebsentstehung beitragen, ist derzeit weitgehend unbekannt. Sandra Schick vom Research Center for Molecular Medicine (CeMM) hat die Bedeutung der BAF-Untereinheiten systematisch analysiert und dafür den Life Science Research Award 2019 in der Kategorie anwendungsorientierte Forschung erhalten. In ihrer in der Wissenschaftszeitschrift Nature Geneticsveröffentlichten Arbeit beschreibt sie vorher unbekannte Kombinationen von BAF-Untereinheiten, deren simultane Hemmung zur gezielten Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden könnte. DOI: 10.1038/s41588-019-0477-9

Umweltfreundliche Erzeugung von Osteoporose-Medikamenten

Zum zweiten Mal wurde der Sonderpreis für wissenschaftlich herausragende Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz vergeben: Er ging an Aline Telzerow von der Technischen Universität Graz. Ihre in der Fachzeitschrift ACS Catalysis publizierte Arbeit beschreibt ein innovatives biokatalytisches Verfahren, das für die Herstellung von wichtigen Arzneimittelvorstufen eingesetzt werden kann. Dieses Verfahren ermöglicht eine effiziente und umweltfreundliche Erzeugung verschiedener Medikamente, die z.B. für die Osteoporose-Behandlung verwendet werden könnten. https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acscatal.8b04524

Dissertationspreis: Biotechnologische Nutzung von CO2

Die Doktorarbeit von Thomas Gaßler von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) beschreibt, wie die industriell häufig genutzte Hefe Pichia pastoris so modifiziert werden kann, dass sie CO2als alleinige Kohlenstoffquelle nutzen kann. Die Arbeit könnte helfen, das Treibhausgas CO2durch die Nutzung als Kohlenstoffquelle bei Fermentationsprozessen zu reduzieren und zusätzlich zu einer signifikanten Kostenersparnis in der Produktion führen. Um die nötigen genomischen Veränderungen durchführen zu können, hat Gaßler eine neue CRISP/Cas9 Toolbox für Pichia pastorismitentwickelt, die für viele Laboratorien und Firmen nützlich sein wird.

Dissertationspreis: Gehirndynamik und Tierverhalten

Der Dissertationspreis in der Kategorie Grundlagenforschung geht an Harris Kaplan vom Wiener Research Institute of Molecular Pathology (IMP). Kaplan untersuchte am Fadenwurm, wie die Gehirndynamik das Tierverhalten beeinflusst. Die Ergebnisse sind für das gesamte Tierreich relevant, um den Einfluss des Nervensystems auf das Verhalten zu verstehen.

11 Jahre ÖGMBT: Tagung als Sprungbrett zur internationalen Karriere

ÖGMBT-Präsident Univ.-Prof. Dr. Lukas Huber: "Die Arbeiten der Gewinner*innen werden international beachtet - damit beweisen sie erneut das Top-Niveau der österreichischen Life-Science-Forschung. Die Dissertations- und Forschungspreise der ÖGMBT werden seit elf Jahren vergeben und es hat sich gezeigt: Die mit 3.000 € dotierten Life Science Awards sindein nationaler und internationaler Karriereturbo. Sie werden vom BMDW, THP Medical Products und Polymun Scientific durch langjährige Unterstützung ermöglicht."

Rückfragehinweis:
Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie
DI (FH) Alexandra Khassidov
Alexandra.khassidov@oegmbt.at
+43 676 3611986
floorfour LifeScience + Health PR
Mag. Thomas Kvicala
kvicala@floorfour.at
+43 660 444 00 47
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