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Im Februar 2020 soll die Sonde von Cape Canaveral aus zur Sonne starten © APA (AFP/NASA)
Im Februar 2020 soll die Sonde von Cape Canaveral aus zur Sonne starten © APA (AFP/NASA)

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Forschungssonde "Solar Orbiter" geht auf die Reise

18.10.2019

Jahrelang wurde die Sonnensonde "Solar Orbiter" geplant und gebaut - nun beginnt ihre Reise erstmal auf der Erde. Nach einer Verabschiedung bei Airbus im Ottobrunn (Bayern) am 18. Oktober wird die Sonde in den kommenden Tagen in die USA gebracht. Ziel der Mission ist, Sonneneruptionen, das davon bestimmte Weltraumwetter und die Auswirkungen auf die Erde besser zu verstehen.

Airbus Defence and Space hat die Sonde im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA gebaut. Sie enthält insgesamt zehn Messgeräte, die aus Großbritannien, Spanien, Belgien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien und den USA beigesteuert wurden.

Aus Österreich ist das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Graz beteiligt. Es wurde mit der Antennenkalibrierung beauftragt, baute den Bordcomputer für das Radiowelleninstrument und ist Co-Investigator beim Magnetometer. Die Wiener Weltraumfirma RUAG Space ist für die Thermalisolation des gesamten Satelliten und für die Kühlpaneele verantwortlich, die vom Sub-Auftragnehmer Astrium Spanien geliefert wurden.

Zehn Jahre Sonnenforschung

Im Februar 2020 soll "Solar Orbiter" an Bord einer Atlas-5-Rakete von Cape Canaveral aus auf ihre mindestens zehn Jahre dauernde Mission zur Erforschung der Sonne gehen. Dabei geht es insbesondere um den Sonnenwind und wie er sich in Abhängigkeit von bestimmten Ereignissen auf der Sonnenoberfläche verändert. Das sei vor allem Grundlagenforschung, sagte Eckard Settelmeyer von Airbus Defence and Space, ein konkreter Nutzen könne aber sein, künftig das sogenannte Weltraumwetter besser vorhersagen zu können. Starker Sonnenwind kann Satelliten beschädigen. Eine rechtzeitige Abschaltung beugt dem vor.

Mit an Bord des "Solar Orbiter" wird auch das Röntgenteleskop STIX sein, das von Forschern der Fachhochschule Nordwestschweiz entwickelt wurde. Das Instrument soll Röntgenbilder der Sonne aufnehmen und damit die Frage klären, wie sich bei Sonneneruptionen geladene Teilchen auf sehr hohe Geschwindigkeiten beschleunigen und im Weltraum ausbreiten.

Die Sonde "Solar Orbiter" wird zwei Jahre und mehrere Vorbeiflugmanöver an Erde und Sonne brauchen, um die Bahn für ihre Messungen zu erreichen, wie Settelmeyer erklärte. Weil diese in unterschiedlichen Entfernungen zu Sonne verläuft, wird die Sonde Temperaturen von minus 180 bis plus 600 Grad ausgesetzt sein. "Währenddessen versucht man, die Elektronik in etwa auf Wohnzimmertemperatur zu halten und die Detektoren so kühl wie möglich zu haben", beschreibt der Experte eine der technischen Herausforderungen.

Ab dem dritten Jahr der Mission soll die Sonde die Ebene verlassen, in der die Planeten die Sonne umkreisen. So soll der Orbiter auch die laut Airbus bisher unerforschten Pole der Sonne untersuchen.

Service: https://sci.esa.int/web/solar-orbiter

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