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Für den Anbau der Ölpalmen wird vielerorts Regenwald gerodet © APA (AFP)
Für den Anbau der Ölpalmen wird vielerorts Regenwald gerodet © APA (AFP)

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Ratten-jagende Affen machen Palmöl-Produktion nachhaltiger

21.10.2019

Bestimmte Affen könnten durch das Jagen von Ratten zu einer ökologischeren Produktion von Palmöl beitragen. Die Südlichen Schweinsaffen suchen Palmenstämme aktiv nach Ratten ab, um sie zu fressen, wie Forscher aus Deutschland, Malaysia und Großbritannien im Fachmagazin "Current Biology" schreiben.

Die Makakenart sei eine nachhaltige Alternative zu Rattengift, das nicht nur teuer und ineffizient sei, sondern auch anderen Tieren und der Umwelt im Allgemeinen schade. Die Forscher - unter anderem vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, vom MPI für evolutionäre Anthropologie und von der Uni Leipzig - beobachteten Südliche Schweinsaffen in einer Palmölplantage in Malaysia. Eine Makakengruppe mit einigen Dutzend Individuen fraß im Jahr demnach mehr als 3.000 Ratten, schätzten die Forscher.

Zwar vertilgen die Affen auch Früchte der Ölpalmen - allerdings in relativ kleinem Rahmen. Die Tiere zerstören dadurch weniger als ein Prozent der Ernte innerhalb ihres Reviers, wie die Forscher schreiben. Durch Rattenplagen hätten Plantagenbesitzer hingegen deutlich höhere Verluste von zehn Prozent zu beklagen.

75 Prozent weniger Ratten

Die Forscher zeigten, dass sich die Zahl der Ratten durch regelmäßige Primaten-Besuche auf den Plantagen um mehr als 75 Prozent verringern lässt. Die Wissenschafter wollen sich nun zusammen mit Palmölproduzenten und Nichtregierungsorganisationen für eine ökologischere Rattenbekämpfung einsetzen. Wildtierkorridore sollen die Makakenpopulationen schützen - und die Biodiversität insgesamt erhöhen.

Malaysia gilt mit etwa sechs Millionen Hektar Land, das für die Palmölproduktion genutzt wird, als Hauptproduzent des Öls, das für Nahrungsmittel, Kosmetik, Waschmittel und Biokraftstoffe verwendet wird.

Für den Anbau der Ölpalmen wird vielerorts Regenwald gerodet. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) warnte Mitte 2018 vor verheerenden Folgen für die Artenvielfalt - insbesondere in Malaysia und Indonesien.

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