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PISA-Studie: Was, wer und wie getestet wurde

19.11.2019

Beim Programme for International Student Assessment (PISA) der OECD werden traditionell drei Kompetenzbereiche abgefragt: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Bei jedem Durchlauf gibt es abwechselnd einen anderen Test-Schwerpunkt - 2000, 2009 und bei der nunmehr aktuellen Erhebung 2018 war das Lesen, 2003 und 2012 Mathematik und 2006 sowie 2015 Naturwissenschaften.

Das bedeutet, dass etwas mehr als die Hälfte der PISA-Aufgaben aus diesem Gebiet stammt und diesmal Leseaufgaben als einziges Testfeld von allen teilnehmenden Schülern bearbeitet wurden. Aus welchen der anderen beiden Bereiche (Mathe, Naturwissenschaften) die Schüler darüber hinaus Aufgaben erhielten, hing von der Testversion ab. Es bekam also nicht jeder Schüler denselben Test - vielmehr waren viele Varianten möglich (allerdings mit dem gleichen Pool an Aufgaben).

PISA testet dabei nicht Lehrplanvorgaben ab - das wäre aufgrund der unterschiedlichen Curricula in den 80 Ländern auch gar nicht möglich. Im Mittelpunkt steht weniger Faktenwissen, sondern die Anwendung bestimmter Kompetenzen auf praxisnahe Aufgaben.

Rund 7.800 österreichische Schüler getestet

Die getesteten Schüler waren zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen 15 Jahren und drei Monaten sowie 16 Jahren und zwei Monaten alt. Die Stichprobe in Österreich umfasste rund 7.800 Schüler aus mehr als 300 Schulen aller Sparten, in die Schüler dieses Alters gehen können. Das sind AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS), Neue Mittelschulen (NMS), Polytechnische Schulen, Sonderschulen und Berufsschulen. Pro Schule wurden höchstens 36 Jugendliche getestet.

Von PISA ausgeschlossen sind Schüler mit schwerer dauernder körperlicher oder geistiger Behinderung, wenn eine Teilnahme "entweder nicht möglich, ethisch nicht vertretbar oder nicht sinnvoll ist" sowie Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache, die weniger als ein Jahr lang ordentlicher Schüler sind und derart geringe Sprachkenntnisse aufweisen, "dass ein Verstehen der Anleitungen und der Testaufgaben nicht möglich ist". Nicht getestet werden außerdem Schüler, die zwischen Erstellung der Teilnehmerliste und Test die Schule gewechselt bzw. verlassen haben.

Der Test dauerte zwei Stunden, für das Ausfüllen eines Fragebogens waren 50 Minuten vorgesehen. Zu lösen waren sowohl Multiple-Choice-Aufgaben als auch offene Aufgaben, bei denen selbst eine Antwort formuliert werden musste. Außerdem mussten Aussagen oder Textteile mit Drag-and-Drop in die richtige Reihenfolge gebracht, im Text ein fehlendes Wort aus einem Drop-down-Menü ausgewählt oder in Naturwissenschaft Computersimulationen ausgeführt werden.

Der Fragebogen wiederum umfasste demografische Daten wie den Migrationshintergrund, Beruf und Schulbildung der Eltern, Lernressourcen in Schule und Elternhaus, Fragen zum Unterricht oder die Einstellung der Schüler zum Lesen.

Service: Beispielaufgaben unter http://go.apa.at/yQSVOXuo bzw. weitere auf Englisch: http://go.apa.at/1XFTGtGp

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