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(v.l.): Rektor Wilfried Eichlseder, Rektor Vladimir Stefanovich Litvinenko (Bergbauuniversität St. Petersburg) und Vizerektor Peter Moser © Foto Freisinger
(v.l.): Rektor Wilfried Eichlseder, Rektor Vladimir Stefanovich Litvinenko (Bergbauuniversität St. Petersburg) und Vizerektor Peter Moser © Foto Freisinger

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Montanuniversität wird UNESCO Kompetenz- und Ausbildungszentrum für nachhaltige Rohstoffgewinnung

04.12.2019

"Nachhaltigkeit, Globale Rohstoffversorgung und Rohstoffpolitik" sind die Kernthemen, denen sich die Montanuniversität im Rahmen des UNESCO-Zentrums künftig federführend widmen wird. Eine große Auszeichnung für jene Universität, die bereits im Jahre 1992 als eine der ersten Universitäten der Welt mit der Implementierung der Studienrichtung Industrieller Umweltschutz und Recyclingtechnik den Wertschöpfungskreislauf geschlossen hatte.

Am Mittwoch, den 4. Dezember 2019 um 14 Uhr, erfolgte in der Aula der Montanuniversität im Rahmen eines Festaktes im Beisein von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die offizielle Vertragsunterzeichnung und Eröffnung des UNESCO Kompetenz- und Ausbildungszentrums für nachhaltige Rohstoffgewinnung an der Montanuniversität Leoben.

Basierend auf einer langjährigen exzellenten Kooperation erfolgte bereits im Jahre 2016 die Einladung der Bergbauuniversität St. Petersburg an die Montanuniversität Leoben, an der Planung und Umsetzung eines internationalen UNESCO Kompetenz- und Ausbildungszentrums für nachhaltige Rohstoffgewinnung mitzuarbeiten.

Die organisatorische Leitung und Verantwortung gegenüber der UNESCO liegt in St. Petersburg - Präsident der Initiative ist Rektor Vladimir Stefanovich Litvinenko (St. Petersburg), Vizepräsident ist Rektor Wilfried Eichlseder (Montanuniversität). .

Ziel dieses Zentrums ist die Schaffung eines internationalen Ausbildungs- und Entwicklungsverbundes für nachhaltige Rohstoffgewinnung. Die breitgefächerten wissenschaftlichen Aktivitäten stehen im Lichte der Versorgung der Menschheit mit leistbaren Rohstoffen aus nachhaltig genutzten Lagerstätten. Operativ widmet sich der Verbund der Förderung der Ausbildung von Rohstoffingenieuren im Rahmen neuer internationaler Studienprogramme. Weiters im Fokus sind Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur effizienten und umweltfreundlichen Nutzung von Ressourcen.

Der operative Start des Zentrums erfolgt im Frühjahr 2020.

UNESCO Kompetenz- und Ausbildungszentrum

Hauptsitz des UNESCO Zentrums "International Competence Centre for Mining-Engineering Education under the auspices of UNESCO" ist St. Petersburg (Russland).

Insgesamt drei Kompetenzzentren, eines davon in Lappeenranta (Finnland) mit dem Schwerpunkt "Bergbau und Umwelt", ein weiteres in Freiberg (Deutschland) mit dem Schwerpunkt "Rohstoffe und Energie" und jenes in Leoben (Österreich) mit den Kernthemen "Nachhaltigkeit, Globale Rohstoffversorgung und Rohstoffpolitik" ergänzen diese Rohstoffinitiative der UNESCO in fachlicher und geographischer Hinsicht. Zusätzlich sind noch rund 50 Rohstoffuniversitäten auf allen Kontinenten weltweit in Form eines Netzwerkes in die Initiative eingebunden.

Finanziert wird das UNESCO Zentrum auf Basis eines Vertrages zwischen Russland und der UNESCO.

Zukünftige Aktivitäten im Leobener UNESCO Zentrum

Der Schwerpunkt der Aktivitäten des Österreichischen UNESCO Kompetenzzentrums in Leoben liegt im Bereich Nachhaltiger Ressourcennutzung im Hinblick auf das Erreichen der 17 "Sustainable Development Goals" der Vereinten Nationen sowie im Kontext der Verbindung Rohstoffe und Circular Economy.

Seitens der Österreichischen Bundesregierung und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung wird die Initiative besonders im Hinblick auf die Arbeiten zu den "Sustainable Development Goals" begrüßt und unterstützt.

Ein erster Schritt zur Umsetzung wurde an der Montanuniversität Leoben bereits 2018 mit dem Aufbau des weltweit größten Rohstoffausbildungsverbundes "Advanced Mineral Resources Development" gesetzt. Diesem Verbund ist die Bergbauuniversität St. Petersburg unter der Schirmherrschaft der UNESCO im Oktober 2018 beigetreten.

Zusätzlich zum Thema "Nachhaltige Rohstoffgewinnung" bringt die Montanuniversität Leoben in das UNESCO Kompetenzzentrum auch ihre Expertise in der Europäischen Rohstoffpolitik (European Innovation Partnership on Raw Materials) und ihre Kompetenz im Bereich der "Knowledge and Innovation Community for Raw Materials - EIT RawMaterials" der Europäischen Innovationsagentur (EIT) ein.

Entwicklung

Bereits im Jahre 2007 begann die Montanuniversität Leoben auf Initiative von Univ.-Prof. Peter Moser Kooperationsaktivitäten mit der Bergbauuniversität St. Petersburg zu entwickeln. Sie ist die führende Universität in Russland auf dem Gebiet der Rohstoffe und insgesamt an der Universität rund 10.000 Studierenden im Bereich Geologie, Geophysik, Bergbau, Tunnelbau, Aufbereitung und Metallurgie. Hinzu kommen noch Fachbereiche, wie z.B. Umwelttechnik, Maschinenbau und Werkstoffwissenschaften.

Die Bergbauakademie St. Petersburg, gegründet 1773, verfügt über eine weltweit einzigartige, exzellente Infrastruktur für Lehre und Forschung. Ebenso wurden mit dem Bau eines großen Infrastrukturzentrums hervorragende Wohnmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende geschaffen. Insgesamt gehört die Bergbauuniversität St. Petersburg zu den führenden Universitäten im Rohstoffbereich weltweit.

Waren die Kooperationsaktivitäten zwischen der Montanuniversität Leoben und der Bergbauuniversität St. Petersburg zunächst auf Studierendenaustausch und regelmäßige Treffen von Forschern beschränkt, so entwickelten sich daraus in weiterer Folge Stipendienprogramme und gemeinsame Forschungsaktivitäten, die von österreichischen und deutschen Unternehmen maßgeblich unterstützt wurden.

Rückfragehinweis:
Vizerektor Univ.-Prof. Peter Moser
Tel.: +43 3842 402 2001
peter.moser@unileoben.ac.at
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