Natur & Technik

KI neben zwei Schauspielern als dritter Darsteller © Marcel Karnapke
KI neben zwei Schauspielern als dritter Darsteller © Marcel Karnapke

APA

Vorhang auf für die Künstliche Intelligenz: "Prometheus unbound" in Linz

09.12.2019

Mit der Uraufführung von "Prometheus unbound" hält die Künstliche Intelligenz (KI) auf der Studiobühne des Landestheaters in Linz Einzug. Die Cyberräuber Berlin, Marcel Karnapke und Björn Lengers, entwickelten das Stück in einer Kooperation mit dem Badischen Staatstheater Karlsruhe und mit Partnern aus Linz.

Björn Lengers und Marcel Karnapke sind seit 2016 als Cyberräuber unterwegs und verbinden Theater mit dem virtuellen Raum, wollen ihn erlebbar machen. "Es ist die Aufgabe von Kunst, was mit KI zu machen, in anderen Bereichen gibt es schon mehr, im Theater ist es schwieriger", betonte Lengers, daher: "Wir sind froh, das hier machen zu können". Auf der Bühne wird neben zwei Schauspielern, Angela Waidmann und Alexander Julian Meile, als dritter Darsteller eine Künstliche Intelligenz wirken. Sie wurde mit 40 Gigabyte an Texten gefüttert und kreiert live auf der Bühne große Teile des Stücks.

Jeden Abend anders

Ausgangspunkt ist die "superbekannte" Figur Prometheus, die aktuelle Fragen von der Entfesslung der Technologie aufwerfe. Mit dem klassischen Stoff sei man "erst mal auf der sicheren Seite". Was die Künstliche Intelligenz aus den Schlüsselwörtern, die sie vorgegeben bekommt, macht, ist die große Unbekannte des Abends, der von Vorstellung zu Vorstellung unterschiedlich sein wird. "Wir haben ein System gebaut, das es Schauspielern ermöglicht, mit Texten umzugehen, die sie nicht kennen", so Lengers. Die Vorgänge würden gezeigt, ergänzte Karnapke, es soll deutlich werden, was von der KI kommt und was von Menschen geschriebener Text sei. "Das was entsteht, kuratieren wir nicht", räumte Lengers der KI Freiheit ein. Karnapke fand: "Es ist fast schon wie ein Dialog mit dem neuronalen Netz".

"Mit der tollen Bühne von Angelika Daphne Katzinger haben wir die Chance die Schnittstelle erlebbar zu machen", war Lengers begeistert. Eine spiegelnde Bodenoberfläche, eine große Projektionsfläche würde ein neues Raumgefühl entstehen lassen, verriet die Bühnenbildnerin. Es geht den Cyberräubern nicht darum, perfekte Kinobilder herzustellen, meinte Karnapke, schroffe und raue Elemente seien da, um sich zu zeigen, um Fragen zu stellen. "Kann KI Kunst?" ist eine davon, "Was bedeutet es für einen Autor, wenn eine Maschine Texte kreieren kann?" eine andere.

"Prometheus unbound" ist der zweite Teil einer dreiteiligen Zusammenarbeit. Part eins "Freischuetz Fragmente" wurde in Karlsruhe uraufgeführt und war 2019 beim Ars Electronica Festival in Linz zu sehen, der dritte Teil wird ein Tanzstück sein und zum Ars Electronica Festival 2020 nach Linz kommen. Am Montag hob Lengers daher auch die freundliche Unterstützung der Ars Electronica und des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe hervor.

Service: "Prometheus unbound" von Cyberräuber Berlin. Uraufführung im Landestheater Linz, Studiobühne am 14. Dezember (20 Uhr), Inszenierung: Marcel Karnapke und Björn Lengers, Bühne und Kostüme: Angelika Daphne Katzinger. Mit Angela Waidmann und Alexander Julian Meile. Weitere Aufführungen: 20., 26. Dezember, 12., 30. Jänner 2020. http://www.landestheater-linz.at

Weitere Meldungen aus Natur & Technik
APA
Partnermeldung