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In Summe werden 600 Mio. Euro ausgeschüttet © APA (AFP)
In Summe werden 600 Mio. Euro ausgeschüttet © APA (AFP)

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Sechs in Österreich tätige Forscher erhalten ERC-"Consolidator-Grant"

12.12.2019

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 45/2019 und nicht zwingend tagesaktuell

In der aktuellen Ausschreibungsrunde des European Research Council (ERC) wurden sechs in Österreich tätige Wissenschafter mit einem "Consolidator"-Förderpreis ausgezeichnet. Die jeweils mit bis zu zwei Millionen Euro dotierte Förderung soll Wissenschaftern ermöglichen, ihre Position als eigenständige Forscher zu konsolidieren. Insgesamt erhielten 301 Forscher einen "Consolidator-Grant".

Wie der ERC kürzlich bekannt gab, werden in Summe 600 Mio. Euro ausgeschüttet. Die Fördernehmer kommen aus 37 Ländern und werden in 24 europäischen Staaten ihre Projekte verwirklichen. Die meisten Preise gingen an Deutschland (52), Großbritannien (50), Frankreich (43) und die Niederlande (32).

Zwei Grants an ÖAW

Zwei "Consolidator-Grants" gehen an die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW): Anna Matysiak vom Institut für Demographie der ÖAW will in ihrem Projekt der Frage nachgehen, welchen Einfluss das unter dem Einfluss von Digitalisierung, Globalisierung und Automatisierung stehende Arbeitsleben auf die Geburtenraten hat. Sie vergleicht dazu die OECD-Länder und untersucht auch, ob bestimmte soziale Gruppen bei ihrer Familienplanung unterschiedlich vom Wandel der Arbeitswelt betroffen sind.

Stefan Ameres vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der ÖAW hat 2017 eine Methode entwickelt, mit der sich die Dynamik von aktiven Genen, die sogenannte Genexpression, beobachten lässt, etwa wie sich Gene unter dem Einfluss von Arzneistoffen ändern. In seinem neuen Projekt will er die molekularen Mechanismen untersuchen, die die Genexpression kontrollieren. Für Ameres ist es bereits der dritte ERC-Förderpreis.

Zwei Grants an TU Wien

Ebenfalls zwei "Consolidator-Grants" gehen an die Technische Universität (TU) Wien: Katharina Schröder vom Institut für Angewandte Synthesechemie will in ihrem Projekt bessere Katalysatoren entwickeln und chemische Prozesstechniken optimieren, um bei der Herstellung vieler wichtiger Grundchemikalien Kohlendioxid (CO2) statt Kohlenmonoxid (CO) als Ausgangsstoff verwenden zu können.

Katalysatoren stehen auch im Mittelpunkt des ERC-Projekts von Gareth Parkinson vom Institut für angewandte Physik der TU Wien. Er will sich darin auf den Einsatz von Einzelatomkatalysatoren in Flüssigkeiten konzentrieren, ein Forschungsgebiet, das neue Möglichkeiten der Energiespeicherung und -umwandlung etwa in Brennstoffzellen eröffnen soll.

Grants an Uni Wien und IST Austria

Der Informatiker Stefan Schmid von der Universität Wien will mit seinem "Consolidator-Grant" untersuchen, ob und wie sich neuartige optische Technologien einsetzen lassen, um die Netzwerkinfrastruktur dynamisch zu entwickeln und dem wachsenden Datenverkehr anzupassen. Seine Vision sind selbst-adaptierende Netzwerke. Dafür erforscht er Methoden zur Messung der Struktur in Datenflüssen.

Krishnendu Chatterjee vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) erhält einen "Consolidator Grant", um Analysewerkzeuge für sogenannte stochastische Computermodelle zu verbessern. Diese Modelle schätzen die Wahrscheinlichkeit potenzieller Ergebnisse, indem sie die zufällige Variation einer oder mehrerer Eingaben berücksichtigen und werden häufig etwa in Aktienmärkten oder bei medizinischen Daten wie Blutdruck eingesetzt.

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