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Forscher fordern ein Ende der Subventionen für nicht-erneuerbare Energien © APA
Forscher fordern ein Ende der Subventionen für nicht-erneuerbare Energien © APA

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"Unite behind science" - Neue Klimakampagne in Davos lanciert

20.01.2020

Unter dem Motto "Unite behind science" hat eine Gruppe von Umweltschützern und Wissenschaftern in Davos eine neue Kampagne für griffigere Maßnahmen gegen den Klimawandel lanciert. Mit ihr wollen die Forscher um die Wissenschaftsplattform Arctic Base Camp "die Stimmen hervorheben, die nicht ausreichend gehört werden". Greta Thunberg musste der Präsentation krankheitshalber fernbleiben.

In einem Communiqué forderten sie, dass künftig sämtliche politischen oder wirtschaftlichen Entscheidungen immer auch unter dem Aspekt der Klimaerwärmung getroffen werden müssten. Das Ziel, die globale Erwärmung bis ins Jahr 2100 auf insgesamt 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müsse im Auge behalten werden.

Keine Subventionen mehr für Kohle und Co.

Außerdem brauche es dringend ein Ende aller Subventionen für nicht-erneuerbare Energien. Kohle dürfe für die Energieerzeugung in reichen Ländern noch maximal bis ins Jahr 2030, in armen Ländern bis 2040 verwendet werden, lautete eine der Forderungen.

Bis 2030 müssten außerdem Verbrennungsmotoren verboten und die Hälfte aller Landflächen der Welt unter Schutz gestellt werden. Schließlich hieß es auch, dass Staaten künftig die Verschmutzung der Umwelt statt die Einkommen ihrer Bürger besteuern könnten.

Leider hätten Forscher in der Vergangenheit lange geglaubt, dass sich Politik und Wirtschaft allein von der Faktenlage und den Forschungsergebnissen zu Klimaschutzmaßnahmen bewegen ließen. Aber am Ende des wärmsten Jahrzehnts der Geschichte sei klar, dass dem nicht so sei. Das würden aktuell auch die Buschfeuer in Australien unter Beweis stellen.

Öffentlichkeit muss Druck machen

Die Öffentlichkeit müsse nun den Druck auf die Führungskräfte erhöhen, damit diese für das Klima aktiv würden. Man könne unzureichende Maßnahmen nicht länger akzeptieren.

Ursprünglich hätte die Pressekonferenz zum Start der Kampagne im Beisein der 17-Jährigen Umweltaktivistin Greta Thunberg stattfinden sollen. Aufgrund einer "Terminkollision" sagte die Schwedin ihre Teilnahme am Anlass jedoch kurzfristig ab. Später schob ihre Pressesprecherin nach, Thunberg sei krank. Sie erhole sich, damit sie am 21. Jänner ihre Rede halten könne.

Ebenfalls nicht teilgenommen hat Thunberg an der Klimawanderung, die seit 19. Jänner von Landquart nach Davos führt. Am 21. Jänner wollen die Klimaaktivistinnen und -aktivisten in Davos eintreffen. Am ersten Tag nahmen mehr als 1.000 Teilnehmende an dem Protestmarsch teil. Am zweiten Tag sank deren Zahl für die zweite Etappe allerdings auf 350, wie die Organisatoren mitteilten.

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