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Wirtschaftslandesrätin: "Derzeit fehlen in Tirol 4.000 Fachkräfte" © APA
Wirtschaftslandesrätin: "Derzeit fehlen in Tirol 4.000 Fachkräfte" © APA

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Tiroler Politik und Sozialpartner wollen Lehre attraktivieren

23.01.2020

Die Tiroler Landespolitik und die Tiroler Sozialpartner haben sich mit einem Schulterschluss zur Attraktivierung der Lehre präsentiert. Es müsse gelingen, mehr junge Menschen für eine Lehre zu motivieren. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) begrüßte daher die Maßnahme der türkis-grünen Bundesregierung, die den Meistertitel in den Rang eines Bachelor-Abschlusses hieven möchte.

Für die Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) wiederum ist das Forcieren des Lehrlingsaustauschs auf Euregio-Ebene ein wichtiger Beitrag zur Attraktivierung der Lehre. "Dass die Lehrlingsentschädigung zukünftig zu einem Lehrlingseinkommen wird, trägt sicherlich zusätzlich dazu bei, dass die Lehre für junge Menschen interessanter wird", zeigte sich Platter bei einer Pressekonferenz im Rahmen des "Tages der Lehre" in der Innsbrucker Messe weiters ganz auf Linie der neuen Bundesregierung. Zusätzlich soll laut Palfrader eine höhere Fördersumme für das "Bildungsgeld-Update" eine Lehrausbildung für Jugendliche anziehender machen.

Möglichkeit auf Karriere müsse betont werden

Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) sprach angesichts des Fachkräftemangels davon, dass man dringend betonen müsse, dass mit "Lehre eine Karriere" möglich und diese auch ein Weg zur "Höherqualifikation" sei. "Derzeit fehlen in Tirol 4.000 Fachkräfte, bis 2030 könnten es 10.000 Fachkräfte zu wenig sein." Das "duale Ausbildungssystem" nannte sie als wirksames Werkzeug, um dieser Prognose entgegenzuwirken. "Wer heute eine Lehrstelle hat, der hat gute Chancen, sie auch zu behalten und insgesamt sehr gefragt zu sein."

Der Tiroler Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser wünscht sich neben der dualen eine "triale" Ausbildung. "Es braucht diesbezüglich weitere Module zur Weiterentwicklung in der Lehrzeit", betonte er. Zudem solle man verstärkt "Unternehmen verknüpfen" und es somit etwa ermöglichen, dass beispielsweise ein Koch auch für einige Wochen in einen Mechatronik-Betrieb hineinschnuppern kann. "Das gibt Weitblick und macht die Lehre cool", sagte Walser.

Der Tiroler AMS-Chef Anton Kern brach darüber hinaus eine Lanze für die Lehre im zweiten Bildungsweg. "Wir müssen auch junge Erwachsene auf die Möglichkeit der Lehre als Ausbildungsweg hinweisen." Überhaupt gehe es darum, dass die Lehre in der Gesellschaft besser anerkannt werde, waren sich Erwin Zangerl, Präsident der Arbeiterkammer Tirol, und Platter einig. "Wir müssen in der Öffentlichkeit klarstellen, dass die Lehre und das Handwerk nach wie vor goldenen Boden hat", meinte Zangerl. "Die gesellschaftliche Wertschätzung der Lehre muss insgesamt noch deutlich höher werden", fügte der Tiroler Landeshauptmann hinzu.

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