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Erste Prototypen der Filterkassetten im 3D-Druckverfahren hergestellt © Sparox3D/Wien Energie
Erste Prototypen der Filterkassetten im 3D-Druckverfahren hergestellt © Sparox3D/Wien Energie

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Quantenphysiker lieferten Idee für begehrte FFP3-Masken

28.05.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 21/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Quantenphysiker der Uni Wien haben mit ihrer Idee und Initiative die Basis für die heimische Produktion der in der Corona-Pandemie begehrten Filtereinheiten für FFP3-Masken gelegt, die den Träger vor Viren schützen. In Kooperation mit der Medizin-Uni Wien, den Wiener Stadtwerken und dem Krankenanstaltenverbund wurde das Projekt so weiterentwickelt, dass nun eine Massenproduktion starten könnte.

"In der Corona-Krise wurde rasch klar, dass es speziell im medizinischen Bereich zwar gute Vollgesichtsmasken gibt, allerdings die aufsetzbaren Filtereinheiten dafür schnell nicht mehr verfügbar waren", erklärte der Quantenpyhsiker Markus Aspelmeyer von der Universität Wien gegenüber der APA. Mathias Dragosits aus Aspelmeyers Forschungsgruppe, hatte dann die Idee, dass es einfach sein müsste, solche Filtereinheiten selbst herzustellen. Und zwar so, dass sie wiederverwendbar und in Serie produzierbar sind.

Mit Hilfe der Wiener Stadtwerke wurden erste Prototypen der Filterkassetten im 3D-Druckverfahren hergestellt und weiterentwickelt. Diese wurden dann in Spitälern getestet und laut Stadtwerke-Aussendung auch vom Forschungs- und Prüfinstitut OFI positiv getestet. "Wir haben nun ein Design für wiederverwendbare, aufschraubbare Filterkassetten, die allen Covid-bedingten Standards genügen und eingesetzt werden können", so Aspelmeyer. Auf dieser Basis könnte nun die Produktion in Serie gehen. Wiederaufbereitete Kassetten müssen dann mit handelsüblichem Filtermaterial von Zulieferern wieder bestückt werden. Bisher wird laut dem Physiker die gesamte Filtereinheit entsorgt.

"Für mich ist das eine schönes Beispiel dafür, dass in einem Grundlagenforschungslabor konstant Dinge entwickelt werden, die auf völlig ungeahnte Weise Anwendung finden", sagte Aspelmeyer. Im konkreten Fall habe jemand schnell mitgedacht und eine einfache Idee umgesetzt.

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