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Eine der höchstdotierten Wissenschaftsehrungen für Haider © "Bilderfest" Germany
Eine der höchstdotierten Wissenschaftsehrungen für Haider © "Bilderfest" Germany

APA

Österreichischer Physiker Maximilian Haider erhält Kavli-Preis

28.05.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 21/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Der aus Freistadt (OÖ) stammende Experimentalphysiker Maximilian Haider (70) gehört zu den diesjährigen Trägern des Kavli-Preises. Er teilt sich die Auszeichnung in der Sparte "Nanowissenschaften" mit den beiden deutschen Physikern Harald Rose und Knut Urban sowie dem tschechisch-britischen Forscher Ondrej Krivanek. Der Preis ist mit einer Million Dollar (911.000 Euro) dotiert.

Die Wissenschafter werden für ihre Arbeiten zur Verbesserung von Bildfehlern bei Elektronenmikroskopen ausgezeichnet, wie die Kavli-Stiftung in Los Angeles mitteilte. Diese habe dazu geführt, dass Forscher weltweit die Struktur und chemische Zusammensetzung von Materialien dreidimensional und in nie dagewesener Auflösung sehen könnten. "Ihre Arbeit ist ein wunderschönes Beispiel von wissenschaftlichem Einfallsreichtum, Hingabe und Durchhaltevermögen", sagte die Vorsitzende des zuständigen Preis-Komitees, Bodil Holst, in einer Aussendung.

Haider studierte Physik an der Universität Kiel und der Technischen Hochschule Darmstadt, wo er 1987 promoviert wurde. 1989 ging er ans European Molecular Biology Laboratory (EMBL). Seit 2008 ist Haider Honorarprofessor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Rekordauflösung von 0,043 Nanometern

Gemeinsam mit seinen nunmehrigen Ko-Preisträgern Rose und Urban startete er 1990 ein Projekt mit dem Ziel, Bildfehler im Nanometer-Bereich zu korrigieren. Mit Hilfe einer Art elektromagnetischer Korrekturlinse wurde die Bildauflösung von Elektronenmikroskopen durch die Forschungsarbeit deutlich verbessert, so dass Abbildungen im atomaren Maßstab möglich wurden. In der Folge erreichte Haider damit die Rekordauflösung von 0,043 Nanometern, was weniger als dem Radius eines Wasserstoffatoms entspricht.

1996 hat Haider das Unternehmen CEOS mitgegründet, das mittlerweile Marktführer für Korrekturtechnologie ist und mit führenden Mikroskop-Anbietern zusammenarbeitet. Haider, Rose und Urban wurden für ihre Erfindung bereits u.a. mit dem renommierten israelischen Wolf-Preis (2011) ausgezeichnet.

Preise auch in Astrophysik und Neurowissenschaften

Der Kavli-Preis wird auch in den Kategorien Astrophysik und Neurowissenschaften vergeben. Den Preis für Astrophysik erhält in diesem Jahr der Brite Andrew Fabian, den für Neurowissenschaften teilen sich die US-Amerikaner David Julius und Ardem Patapoutian.

Die Auszeichnung gehört zu den weltweit höchstdotierten Wissenschaftsehrungen. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Norwegischen Akademie der Wissenschaften, dem norwegischen Forschungsministerium und der Kavli-Stiftung vergeben. Normalerweise wird die Auszeichnung im Herbst von Norwegens Kronprinz Haakon in Oslo überreicht. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie werde die diesjährige Verleihung jedoch verschoben und mit der für 2022 geplanten Zeremonie zusammengelegt, teilte die Kavli-Stiftung mit.

Service: http://kavliprize.org/

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