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Falerii Novi liegt rund 50 Kilometer nördlich von Rom © APA (AFP/Uni. of Cambridge)
Falerii Novi liegt rund 50 Kilometer nördlich von Rom © APA (AFP/Uni. of Cambridge)

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Antike römische Stadt gibt im Radarbild Geheimnisse preis

09.06.2020

Tiefe Einblicke in eine versunkene römische Stadt sind auch ohne Ausgrabung möglich. Das zeigt ein Projekt von Archäologen der Universitäten im britischen Cambridge und im belgischen Gent. Statt Schaufeln, Hämmern und Pinseln nutzten die Forscher ein Bodenradar, um die antike Siedlung Falerii Novi in der italienischen Region Latium bis in rund drei Meter Tiefe zu erkunden.

Radargeräte wurden mit Quads über große Flächen gezogen. Satellitentechnik half, die so erzeugten Echo-Daten exakt zu lokalisieren, wie Professor Martin Millett der Nachrichtenagentur dpa erläuterte. "Die Leute haben das schon früher in kleinem Maßstab gemacht. Aber dieses Projekt ist das erste Mal, dass die Technik angewandt wird, um eine ganze römische Stadt zu kartieren", sagte der Archäologe. Die Ergebnisse der Studie wurden im britischen Fachblatt "Antiquity" veröffentlicht.

Details ohne Ausgrabung entdeckt

Die Stadt Falerii Novi liegt rund 50 Kilometer nördlich von Rom. Ihre Gründung wird auf das Jahr 241 vor Christus datiert. Sie sei etwa halb so groß gewesen wie Pompeji am Vesuv, schreiben die Forscher. Ohne Ausgrabung habe man mit der Radartechnik im Boden "erstaunliche Details" der Stadtanlage entdeckt.

Mit Radar durchleuchtet wurden rund 30 Hektar innerhalb der historischen Stadtmauern. Dabei sei alle 12,5 Zentimeter ein "Bild" gemacht worden. So seien ein Badekomplex, ein Markt und ein Tempel untersucht worden. "Man kann dreidimensional sehen, was es unterirdisch gibt", sagte Millett.

Die Technik funktioniert ähnlich wie normales Radar. Objekte, die unter Gras und anderem versteckt sind, reflektieren dabei die Radiowellen. Die Wissenschafter entwerfen dann mithilfe des Echos ein Bild der Stadtanlage. Die Methode habe viele Vorteile: Man benötige nur wenige Menschen, um in kurzer Zeit eine große Fläche zu erforschen, erläuterte der britische Professor.

So werde es möglich, auch wichtige Städte wie Milet in der Türkei oder Nikopolis in Griechenland neu zu erforschen. Was bisher zu groß erschien für eine Ausgrabung oder was überbaut ist, könne so zumindest optisch zugänglich gemacht werden, hieß es.

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