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Die Software-Plattform für KI funktioniert wie ein Baukasten © APA (dpa)
Die Software-Plattform für KI funktioniert wie ein Baukasten © APA (dpa)

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Gemeinsam intelligenter: Neue Kooperation im steirischen KI-Bereich

07.07.2020

Datenauswertung, Textverständnis, Umwandlung von Sprache in Text, Interpretation von Emotionen: Mit dem ersten Betriebssystem für künstliche Intelligenz, dem "AI Operating System", hat das Grazer Unternehmen Leftshift One jüngst für Aufsehen gesorgt. Nun geht es mit dem Grazer Kompetenzzentrum Know Center eine Kooperation ein und will als Wirtschaftskatalysator in der Steiermark wirken.

Große Datenmengen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) zu interpretieren und zur Effizienzsteigerung einzusetzen, gilt als eine der Schlüsseltechnologien für Unternehmen. Die Software-Plattform für KI des steirischen Software-Start-ups Leftshift One funktioniert wie ein Baukasten und umfasst kognitive Fähigkeiten wie Textverständnis, Datenanalyse über die Umwandlung von Sprache in Text bis hin zur Interpretation von Gefühlen, wie es kürzlich in Graz vor Journalisten hieß.

Die Einsatzmöglichkeiten des Grazer KI-Betriebssystems seien vielfältig, legte Leftshift One-CTO Christian Weber dar: Durch die generische, als möglichst allgemein gehaltene, Entwicklung können die unterschiedlichen Bausteine des Betriebssystems branchenübergreifend genutzt werden: "So kann etwa der "Skill" Textverständnis bei Anfragen in einem Reisebüro genauso wie zur Vereinfachung von Bedienungsanleitungen im industriellen Umfeld - beispielsweise in der Pharmazie oder der Automotive-Branche - angewendet werden", führte Weber aus.

Auch komplexe Funktionalitäten laufen auf dem Betriebssystem

Auf dem entwickelten Betriebssystem laufen künftig nicht nur die bereits bestehenden hauseigenen Fähigkeiten, die sogenannten "Skills", sondern auch komplexe KI-Funktionalitäten des Grazer Know-Centers. "Die Öffnung unseres Betriebssystems für zertifizierte Drittanbieter ermöglicht unseren Kunden die einfache Integration bereits bestehender KI-Konzepte. Dass es sich dabei als ersten starken Entwicklungs-Partner mit dem Know-Center um eines der führenden europäischen KI-Forschungszentren handelt, macht uns sehr stolz", hielt Leftshift One-Gründer Patrick Ratheiser fest.

In der neuen "Innovations-Allianz", wie die Kooperation genannt wurde, will man neue "Skills" nach und nach entwickeln und zur Verfügung stellen. Gemeinsam sei man in der Lage, "die ganze Welt der künstlichen Intelligenz in unserem Betriebssystem abzubilden - und die Prozesse unserer Kunden damit um ein Vielfaches zu beschleunigen", wie Ratheiser ausführte.

Die Leftshift One GmbH wurde 2017 in Graz, Steiermark, gegründet, beschäftigt laut eigenen Angaben aktuell 30 Mitarbeiter und zählt laut "Forbes" zu den Top 30 KI-Unternehmen Europas. Das im Rahmen von COMET geförderte K1-Kompetenzzentrum Know Center in Graz widmet sich seit 2001 mit seinen mehr als 130 Mitarbeitern der angewandten Forschung im Bereich der Datenanalyse und zählt zu den wichtigen Playern der europäischen KI-Innovationslandschaft. "Die Kooperation mit einem aufstrebenden Unternehmen wie Leftshift One ergibt für uns eine klassische Win-Win-Situation. Dadurch können wir ergänzend zu unserem Forschungsangebot zusätzliche KI-Services auf hohem Niveau anbieten", hob Stefanie Lindstaedt, CEO des Know Center, hervor.

Vernetzung auf lokaler Ebene

In der vom steirischen Wirtschaftsressort mit dem Know-Center initiierten Plattform AI Styria, dem auch Leftshift One angehört, werden auf lokaler Ebene Forscher und Unternehmer vernetzt: "Die Plattform bündelt Kompetenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft und begleitet steirische Betriebe bei ihrem Transfer ins digitale Zeitalter und der Nutzung Künstlicher Intelligenz", schilderte Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP). Sie wies auf das große Potenzial des digitalen Wandels für die Wirtschaft, aber auch die Herausforderungen hin: "Künstliche Intelligenz muss mit ethischen Standards und Datenschutz gekoppelt sein", hielt die Landesrätin fest.

"Unsere Arbeit wird wesentlich zu Akzeptanz und Vertrauen in KI beitragen. Ein aktueller Forschungsschwerpunkt von uns ist es, sichere, verifizierbare und erklärbare KI zu entwickeln, die gleichzeitig die Privatsphäre schützt", betonte Lindstaedt. "Das 'AI Operating System' bietet dank modernster Verschlüsselung maximale Sicherheit. Auch die Verarbeitung der Daten in der eigenen Infrastruktur ist möglich. Darüber hinaus haben wir Algorithmen verbaut, die Ethik und Moral sicherstellen. Unser Betriebssystem hat ein Gewissen", so Leftshift One-CTO Christian Weber.

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