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"Corona Impact": Technisches Museum mit Zwischenbericht zur Epidemie

09.07.2020

Ein mit Klopapier und Dosenbrot gefüllter Einkaufswagen, ein Quarantänebett des ORF-Burgenland oder der Aushang eines Bürgermeisters, dass der naturnahe Raum "ausschließlich der örtlichen Bevölkerung zur Verfügung steht" - das Technische Museum Wien (TMW) liefert mit der Schau "Corona Impact: An-Denken in 17 Stationen" einen "Zwischenbericht" zur Corona-Pandemie.

Die "Pop-up-Installation" orientiert sich an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen, die seit dem Amtsantritt von Generaldirektor Peter Aufreiter Anfang des Jahres auch im Leitbild des TMW verankert sind. In den 17 Stationen gibt es jeweils anschauliche Beispiele aus dem Krisen-Alltag: vom Gabenzaun (Ziel 1: Armut beenden) über Playmobilfiguren mit systemrelevanten Berufen (Ziel 5: Gleichstellung der Geschlechter) bis zum 9-Liter-Wasserkanister, der jeder Familie pro Tag im Flüchtlingslager von Lesbos zur Verfügung steht (Ziel 6: Wasser und Sanitärversorgung für alle).

Man wolle mit der Ausstellung "zum Denken und Diskutieren anregen", sagte Aufreiter bei der Presseführung. Er ist sich sicher, dass viele Besucher einen persönlichen Bezug zu den gezeigten Objekten haben und viele Diskussionen darüber stattfinden werden.

Digitale Version der Ausstellung auf Youtube

Mit der umgehenden Ausstellung von Neuzugängen - etwa einem Fiebermesser, der am Flughafen Wien eingesetzt wurde - ergänzt das TMW seine Sammlungsstrategie um die Methode des "Rapid Response Collecting". Aufreiter betont, dass das Haus viel zu viel Material für die Ausstellung gehabt habe, weshalb man die Installation um eine digitale Version ergänzt - auf dem neuen Youtube-Kanal des Museums mit 17 Kurzvideos. Im digitalen Raum sammelt das TMW in seinem neuen "10-Megabyte-Museum", das derzeit ebenfalls einen Themenschwerpunkt auf die Corona-Krise setzt. Darauf sind etwa Schülerreaktionen auf das Home-Schooling aus Sozialen Medien in der Station 4 (Bildung für alle) zu sehen.

Aufreiter zeigte sich über die Besucherzahlen seines seit 30. Mai wieder geöffneten Hauses "nicht unzufrieden, es könnte schlimmer sein". Derzeit liege man bei 50 bis 60 Prozent der sonst üblichen Gäste. Mittlerweile seien auch keine Mitarbeiter mehr in Kurzarbeit. Wirtschaftlich habe das Haus "keine liquiden Probleme, wir haben genug Geld, um über die Runden zu kommen". Die Größe des Verlusts werde man am Jahresende sehen. Man sei in Gesprächen mit dem Kunststaatssekretariat, "ob wir etwas aus dem Topf für die Bundesmuseen bekommen, ich hoffe, dass wir wenig brauchen", sagte Aufreiter, der größere Probleme im nächsten und übernächsten Jahr erwartet, wenn sich die Situation nicht verbessert.

Service: https://www.technischesmuseum.at/; Youtube-Kanal des TMW: https://is.gd/y7FUCq; 10-Megabyte-Museum: http://go.apa.at/AzHVymRN

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