Natur & Technik

Größere Überlebenschance mit stärkerer Interleukin-32-Aktivität © APA (dpa)
Größere Überlebenschance mit stärkerer Interleukin-32-Aktivität © APA (dpa)

APA

Aktivierung von Immunzellen soll Hautkrebs-Therapie verbessern

18.09.2020

Immuntherapien gegen Hautkrebs funktionieren bei vielen Patienten nicht. Forschende der Universität Bern haben einen Mechanismus im körpereigenen Abwehrsystem entdeckt, der für die Reifung und Aktivierung von Immunzellen zuständig ist und der die Wirksamkeit der Immuntherapie verbessern könnte.

Mit den sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren sind der Medizin in den letzten Jahren große Behandlungserfolge gegen Hautkrebs, Melanom genannt, gelungen. Allerdings wirkt diese Behandlung bei gut der Hälfte aller Patienten nicht.

Molekül stimmt Zellen aufeinander ab

Eine Forschungsgruppe des Instituts für Pathologie an der Universität Bern in Zusammenarbeit mit Forschenden aus den USA hat nun das Molekül Interleukin-32 entdeckt, das die Zellen des körpereigenen Abwehrsystems verwenden, um ihre Funktionen aufeinander abzustimmen. Das teilte die Universität Bern mit.

Das Molekül führt zur Reifung und Aktivierung von Zellen, die für die Erkennung von fremdartigen Strukturen zuständig sind. Zudem führt es dazu, dass Lockstoffe für Abwehrzellen abgesondert werden, die so zum Tumor finden und dort die Krebszellen beseitigen können.

Problematisch bei Tumoren ist, dass das Immunsystem diese nicht erkennt und sie deshalb wachsen können. Das Molekül hilft dem Immunsystem, die Tumore wieder angreifbar zu machen. Mit Versuchen an Mäusen haben die Forschenden nachgewiesen, dass sich die Wirksamkeit von Immun-Checkpoint-Inhibitoren durch die gleichzeitige Zugabe der entdeckten Moleküle verbessern lässt.

Nebenwirkungen wurden in den Tierversuchen bisher keine festgestellt. Ob sich die Resultate auf Menschen übertragen lassen, wird nun untersucht. Da Hautkrebs-Patienten mit einer stärkeren Aktivität des Interleukin-32-Moleküls statistisch gesehen eine größere Überlebenschance haben, ist eine positive Wirkung naheliegend. Die Erkenntnisse der Forschungsgruppe wurden im "Journal of Clinical Investigation" publiziert.

STICHWÖRTER
Forschung  | Krebs  | Schweiz  | Bern  | Wissenschaft  | Gesundheit  | Krankheiten  |
Weitere Meldungen aus Natur & Technik
APA
Partnermeldung