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Gas und Staub steigen von Churys Oberfläche auf © ESA/Rosetta/NAVCAM
Gas und Staub steigen von Churys Oberfläche auf © ESA/Rosetta/NAVCAM

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Komet Chury leuchtet ultraviolett

21.09.2020

Ähnlich wie bei den Polarlichtern auf der Erde erzeugen Sonnenwinde auch Lichter auf dem Kometen Chury. Das berichtet ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Bern im Fachmagazin "Nature Astronomy".

Von der Sonne kommende Elektronen treffen auf das Gas um den Himmelskörper und bringen ihn zum Leuchten, wie die Forschenden anhand von Daten der Rosetta-Mission der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) nachweisen konnten. Die Zusammensetzung und die Dichte des Kometengases lieferte Rosina - das Massenspektrometer der Universität Bern an Bord von Rosetta.

Ein Magnetfeld wie die Erde besitzt Chury nicht. Deshalb leuchtet das für menschliche Augen unsichtbare Aurora-Phänomen in Ultraviolett diffuser als die Polarlichter auf der Erde, teilte die Universität Bern mit.

Aurora entsteht bei Annäherung an Teichen des Sonnenwinds

Die Aurora um den komisch aussehenden, hantelförmigen Kometen entstehen, wenn sich ihm negativ geladene Teilchen des Sonnenwinds nähern. Diese brechen Wassermoleküle in der Umgebung des Kometen auf, wobei Wasserstoff- und Sauerstoffatome in einen angeregten Zustand übergehen. Geben sie diese Energie als UV Strahlung wieder ab, leuchtet Chury.

"Rosetta ist die erste Mission, die eine Aurora im UV-Bereich bei einem Kometen beobachtet hat", sagte Matt Taylor von der ESA. Ultraviolette Emissionen um den Kometen entdeckten Astronomen zwar bereits früher. Damals nahm man allerdings an, dass Photonen - und nicht Elektronen - für das Phänomen verantwortlich seien.

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