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Treibacher will Wasserstoffproduktion auf "grün" umstellen

24.09.2020

Die Treibacher Industrie AG (TIAG) im Kärntner Althofen (Bezirk St. Veit/Glan) will ihre Wasserstoffproduktion umstellen. Anstelle der Gewinnung aus Erdgas soll der Wasserstoff künftig mittels Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden, der Kärntner Energieversorger Kelag will eine Photovoltaik-Anlage bauen, die einen Teil des benötigten Stroms dafür produzieren soll - vorausgesetzt, dass Förderungen fließen. Das Projekt wurde in Althofen präsentiert.

Vier Millionen Kubikmeter Erdgas braucht die TIAG jährlich zur Wasserstoff-Herstellung. Dieser wird für die Produktion von Vanadiumoxid und Wolframpulver eingesetzt, die in der Stahlerzeugung gebraucht werden. "In diesen Bereichen möchten wir auf Erdgas verzichten und grünen Wasserstoff herstellen", sagte Vorstand Rainer Schmidtmayer. Man rede hier nicht von ferner Zukunftsmusik, sondern von einer konkreten industriellen Anwendung. Die Kelag wiederum möchte auf der Reststoffdeponie der TIAG drei Hektar für den Bau einer Solaranlage verwenden. In der ersten Ausbaustufe würden drei Millionen Kilowattstunden erzeugt werden. Kelag-Vorstand Manfred Freitag: "Das Gelände erfüllt die strengen Anforderungen, die in Kärnten für Photovoltaik-Flächen gelten." Es könnten auch noch weitere Flächen mit PV-Anlagen versehen werden, laut Freitag wären zehn Hektar möglich.

Damit das Projekt umgesetzt werden kann, müsste es allerdings Förderungen geben, betonten Schmidtmayer und Freitag, es soll auch wissenschaftlich begleitet werden. Ohne Förderungen würde der grüne Wasserstoff doppelt so viel kosten wie der aus Erdgas hergestellte, sagte Schmidtmayer, das wäre wirtschaftlich nicht vertretbar.

Die neue Anlage würde rund sechs Mio. Euro kosten, wie viel die Kelag investieren müsste, sagte Freitag nicht. Schmidtmayer erklärte, das Projekt müsste in den nächsten eineinhalb Jahren unter Dach und Fach sein, denn die derzeitige Wasserstoffproduktion sei in die Jahre gekommen. "Wird aus dem grünen Projekt nichts, müssen wir rund zwei Millionen investieren, um die alte Anlage nachzurüsten." Beide Vorstände zeigten sich zuversichtlich, dass die Politik das Projekt unterstützen werde. Immerhin werde ständig postuliert, dass man fossile Energieträger durch erneuerbare ersetzen müsse.

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