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Campus02 und Wifi in Graz nach Lockdown mit hoher Nachfrage

08.10.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 36/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Nach dem Lockdown kam die hohe Nachfrage: Die Wirtschaftsfachhochschule Campus02 in Graz sowie das Wifi Steiermark haben kürzlich ihre Bilanz des vergangenen Bildungsjahres präsentiert. Beim Wifi gingen durch zwei Monate Corona-Lockdown die Zahl der Kursteilnehmer um etwa 6.000 zurück. Dafür schwärmte Leiter Martin Neubauer von einer aktuell hohen Nachfrage. Auch beim Campus02 verzeichnete Rektorin Kristina Edlinger-Ploder rund 30 Prozent mehr Anmeldungen.

Der steirische Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk sprach von einem "moderaten Einbruch" bei den Zahlen der Auszubildenden, dafür ziehe das Thema Bildung nun wieder an. Besonders in digitale Qualifizierungen investiere man, denn da sei ein "gewaltiges Potenzial" erkannt worden. Edlinger-Ploder erklärte, dass ein Hörsaal extra zu einem Studio für innovative Lehre umgebaut wurde, um dort "zu lehren, wie man besser online lehren kann". Man bietet den Lektorinnen und Lektoren viele technologiegestützte Möglichkeiten, um ihre Lehrveranstaltungen didaktisch anzureichern.

Investitionen in Equipment

Zusätzlich wurde beim Campus02 auch in Equipment für Forschung und Lehre, aber auch in die digitale Ausstattung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert. Rund 120.000 Euro wurden in den letzten Monaten für mobile Geräte, den Umbau für die geteilte Lehre - etwa für Computer mit Videoausgängen, Weitwinkel-Webcams, Ansteckmikrofone, Laser, Beamer - sowie für die Vorbereitung der Festnetztelefonie in Microsoft Teams aufgebracht. Damit wolle man aus der Krise gestärkt herausgehen, denn der Online-Anteil werde wohl auch in Zukunft bleiben. Ziel sei eine sinnvolle Kombination aus Präsenz- und Online-Einheiten.

Neubauer, Leiter des steirischen Wirtschaftsförderungsinstituts (Wifi), sprach von einer aktuell "sensationellen Nachfrage im Bildungsbereich" - vor allem im technischen und handwerklichen Bereich. Fast 20 Prozent mehr Interessenten würden momentan zu den Infoabenden kommen: "Es wird anders und neu gedacht." Das hänge nicht nur mit der Kurzarbeit zusammen, sondern auch damit, dass viele Menschen im Lockdown Zeit hatten, um über ihre Zukunft im beruflichen Umfeld nachzudenken, meint Neubauer. Es sei den Menschen nicht egal, wohin es geht, sondern sie sehen die Chance, vorhandene Zeit für Weiterbildung zu nutzen.

Allein im dritten Quartal 2020 seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwa drei Prozent mehr Kursteilnehmer angemeldet. Ein ähnliches Bild zeige sich auch bei den Lehrlings- und Meisterprüfungsstellen: Der Andrang dort sei nicht nur auf das Aufholen der im Frühjahr verschobenen Prüfungen zurückzuführen, ist Neubauer überzeugt.

"Center of Excellence" vor Baubeginn

Herk blickte auch in die Zukunft des "Center of Excellence", das kurz vor Baubeginn sei. Der Bebauungsplan soll demnächst rechtskräftig werden, dann könne es losgehen. Allerdings haben sich die Kosten deutlich erhöht. Das neue Lehr- und Werkstättenzentrum wird nicht rund 33 Mio. Euro, sondern wohl rund 50 Mio. Euro kosten, was in den vergangenen, krisengeplagten Monaten in der Wirtschaftskammer für Rumoren gesorgt hatte. Die Kostensteigerung gehe darauf zurück, dass seit der ersten Vorstudie Jahre vergangen seien. Außerdem sollen zahlreiche, damals nicht planbare Begehrlichkeiten und Auflagen - wie etwa ein internationaler Architektenwettbewerb - dazugekommen sind, wurde kolportiert.

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