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KI-Forscher und Tagespresse-Gründer unter "Forbes-30 unter 30"

25.01.2018

Zahlreiche Österreicher finden sich heuer in den vom Magazin "Forbes" erstellten Listen der 30 interessantesten Persönlichkeiten unter 30 Jahren in Europa. In den illustren Kreis in insgesamt zehn Kategorien, von Kunst bis Naturwissenschaften, schafften es etwa der 25-jährige KI-Forscher Julian Schrittwieser oder der Gründer des Satire-Presseportals "Die Tagespresse" Fritz Jergitsch (26).

Schrittwieser sorgte kürzlich als Mitautor einer Publikation im Fachjournal "Nature" für Aufsehen, in dem Wissenschafter der Google-Tochterfirma DeepMind ihre Software dem Titel "AlphaGo Zero" vorstellten. Der in der Kategorie "Technology" aufscheinende Niederösterreicher war federführend an der Entwicklung des System beteiligt, das mittels Künstlicher Intelligenz (KI) das asiatische Brettspiel Go ohne menschliches Zutun erlernte und auch Vorgängerversionen, die immerhin die besten menschlichen Go-Spieler besiegten, keine Chance ließ. Nach dem Studium an der Technischen Universität (TU) Wien heuerte der Softwareentwickler 2012 bei Google an.

Österreichische Satire

Jergitsch gründete "Die Tagespresse" 2013. Das satirische Format startete sehr erfolgreich als Online-Portal und hat mittlerweile auch einen Ableger im ORF-Nachtprogramm. Damit sei Jergitsch "zum John Oliver und Stephen Colbert Österreichs" aufgestiegen, wie "Forbes" schreibt, das Jergitsch in der Rubrik "Media & Marketing" führt. Die Website zähle mittlerweile rund eine halbe Million Aufrufe pro Monat.

Auf die Liste in Bereich "Science & Healthcare" hat es Johanna Pirker von der Technischen Universität Graz geschafft. Die 29-Jährige entwickelte ein "Virtual Reality-Physiklabor", das die Art, wie Schüler Physik erlernen, verändere, heißt es in der Begründung. Damit sollen mehr Schüler für ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium begeistert werden.

Kunst, Kultur und Integration

Mit der Künstlerin Anna-Sophie Berger (28) findet sich die erste Empfängerin des Kapsch Contemporary Art Prize in der Kategorie "Art & Culture". Die Absolventin der Universität für Angewandte Kunst Wien könne bereits auf ein Dutzend Ausstellungen in Europa und den USA zurückblicken. Auch die in Albanien geborene Wiener Künstlerin Marina Sula (26) findet sich in der Aufzählung im Bereich "Kunst und Kultur".

Die beiden Unternehmerinnen Nina Poxleitner (29) und Lisa-Maria Sommer (26) sind mit ihrer Firma "More Than One Perspective" in der Kategorie "Law & Policy" zu finden. Das Wiener Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, Geflüchtete mit heimischen Unternehmen zusammenzubringen. "Indem sie die Vorteile von Integration aufzeigen, stemmen sich Sommer und Poxleitner gegen die in Österreich herrschenden Vorurteile gegenüber Flüchtlingen", so die Jury-Begründung.

In ähnlicher Mission sind Daniela Wolf (29), Alexander Hartveld (26) und Stefan Steinberger (29) mit ihrem Wiener Verein "refugees code" unterwegs: In neunmonatigen Ausbildungen erlernen Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit Unternehmen, die Programmierer suchen, IT-Grundlagen. Ihr Engagement brachte der Initiative eine Nennung in der Rubrik "Social Entrepreneurs" ein.

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