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Coronakrise - Klimaforscher erinnerten in Offenem Brief an Klimakrise

30.04.2020

Die wissenschaftsbasierte Strategie, die in Österreich bei der Bekämpfung des Coronavirus zum Zuge kam, soll auch bei der Klimakrise beibehalten werden. Mit dieser Kernforderung wandten sich die 22 Mitglieder der Kommission Klima und Luftqualität (KKL) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in einem Offenen Brief an Regierung und Ministerien - und warnten vor dem fossilen "Lock-In".

Mit Lob für die Regierung im Umgang mit der Corona-Pandemie, der eine "klare Steuerung auf der Basis von wissenschaftlicher Expertise" zugestanden wurde, ging es über zu den Forderungen beim Kampf gegen die Treibhausgase. Diese Notwendigkeit sei gegeben, da sich der fortschreitende Klimawandel weit katastrophaler entwickeln würde, als alle Szenarien, die im Zusammenhang mit Covid-19 vorgestellt wurden. Die Autoren und Autorinnen plädierten für ein "Raus" aus fossilen Energien in Form von Erdöl & Co.: In dem Brief nehmen die Forscher dabei konkreten Bezug auf das Anfang des Jahres vorgestellte Regierungsprogramm mit dem Titel "Aus Verantwortung für Österreich", mit den türkis-grünen Plänen bis 2024.

Die von der Regierung jetzt geplanten Unterstützungen, um die Folgen der Coronakrise in Österreich zu minimieren, sollen daher an "klare Klimaschutzziele" gekoppelt werden. Als erste von insgesamt fünf Hauptforderungen sind "verpflichtenden Auflagen zur kurzfristigen Reduktion und zum mittelfristigen Ausstieg aus Treibhausgasemissionen zur Erfüllung der Klimaschutzziele und zu Schritten hin zu einer Kreislaufwirtschaft" für Industrie und produzierendes Gewerbe angeführt.

Unter dem Motto "Klimaschutz sicherstellen-unwiederbringliche Chance ergreifen" wird in dem offenen Brief keiner der Wirtschaftssektoren ausgespart, jedoch auch angemerkt, dass "die in Österreich lebenden Menschen sozial abzusichern und Kinder vor Armut zu bewahren" sind. Ebenso soll die Regierung nach Wunsch der Wissenschafter auch auf EU-Ebene darauf drängen, dass Finanzhilfen der EU an klimafreundliche Auflagen zu koppeln seien. Abschließend versicherten die Autoren und Autorinnen ihre Bereitschaft, "die Bundesregierung beim Bewältigen dieser großen Aufgaben zu unterstützen". Die Entscheidungen müssten jetzt getroffen werden und keinen Aufschub erlauben.

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