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Klimakrise macht keine Corona-Pause: Wiener Klimarat tagte zum ersten Mal

22.09.2020

Im Juni 2019 hat die Stadt Wien einen Klimarat als eine wichtige Säule des Wiener Klimaschutzpakets eingerichtet. Nach einer Corona-bedingten Verschiebung tagten gestern und heute, Dienstag, erstmals die VertreterInnen der Wissenschaft, der Wiener Stadtverwaltung sowie der Wirtschaft, NGOs und Interessensvertretungen im Wiener Rathaus. "Die Stadt Wien feierte 2019 das zwanzigjährige Jubiläum des ersten Klimaschutzprogrammes, diese Aktivitäten wurden im Rahmen der Smart City Strategie und des Klimabudgets in den letzten Jahren noch einmal verstärkt. Einen wichtigen Pfeiler bildet der Klimarat, der uns viele Anregungen liefert, um den Klimawandel hintanzuhalten", erläuterte Bürgermeister Michael Ludwig bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vizebürgermeisterin Birgit Hebein sowie den Vorsitzenden des Wissenschafts-Boards, Helga Kromp-Kolb und Robert Lechner.

Der Bürgermeister griff drei Themenfelder als exemplarisch heraus: "Die Wiener Linien bieten öffentlichen Verkehr in hervorragender Qualität und werden dementsprechend gerne von den Wienerinnen und Wienern genützt. Trotzdem können die Öffis nicht alle Mobilitätsbedürfnisse abdecken. Hier sollen 100 Mobilitätsstationen in ganz Wien für die ,letzte Meile" – also die oft kurze Strecke von der Haustür zur Öffi-Station – zusätzliche Lösungen anbieten und den Modal Split vor allem in den Flächenbezirken noch verbessern." Der zweite wichtige Punkt sei die Wärmewende, so Ludwig. "Im Bereich der Neuerrichtung von Gebäuden wurden in den letzten Jahrzehnten in Wien dank Sanierungsmaßnahmen, Heizungsumstellungen, Fernwärmeausbau und Passivbauweise im Neubau sehr beachtliche CO2-Reduktionen erzielt. Wir wollen hier weitere Maßnahmen setzen, um den vollständigen Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen zu ermöglichen", sagte der Bürgermeister. Und das Programm "Wien is(s)t G.U.T." ziele darauf ab, die Menschen mit gesunden, umwelt- und klimafreundlichen Lebensmitteln zu versorgen und gleichzeitig Tierleid zu verhindern. "Die Wiener Landwirtschaft ermöglicht kurze Wege und damit eine Reduktion der klimaschädlichen Gase. So stammen bereits 50 Prozent der Essen in städtischen Kindergärten und 40 Prozent der Speisen in Spitälern und Pensionistenwohnhäusern aus, meist biologischer, Wiener Landwirtschaft", sagte Bürgermeister Ludwig.

Vizebürgermeisterin und Klimaschutzstadträtin Birgit Hebein fügte an: "Die Klimakrise macht keine Corona-Pause. 2020 gehört zu den stärksten Hitzesommer aller Zeiten, in der Vorwoche hatte Wien wieder eine Tropennacht zu verzeichnen. Wir müssen rasch und gemeinsam handeln, denn es gibt keinen Impfstoff gegen die Klimakrise." Als größten Versucher von klimaschädlichen Emissionen bezeichnete Hebein den Pkw-Verkehr und mahnte den Ausbau der Öffis und der Fahrrad-Infrastruktur sowie die Reduktion des Autoverkehrs ein. "Daran führt kein Weg vorbei." Ebenso wichtig sie eine Energiewende weg von fossilen Brennstoffen. "Beim kommenden Gemeinderat werden wir die nächsten fünf Klimaschutzgebiete beschließen. Das heißt, es werden fünf weitere Bezirke zukünftig ohne Öl und Gas im Wohnungsneubau auskommen", sagte Hebein. Wenn es etwas Positives an der Corona-Krise gebe, dann die Tatsache, "dass die Wissenschaft einen höheren Stellenwert gewonnen hat und der Klimarat eine sehr wichtige Einrichtung darstellt", so die Stadträtin. "Wien hat schon viele Krisen bewältigt. Wenn wir jetzt rasch handeln, werden wir auch die Klimakrise überwinden", sagte Hebein.

Helga Kromp-Kolb und Robert Lechner lobten die Stadt Wien für die Errichtung des Wiener Klimarats, der sich nicht "als Lieferant von Strategie-Papieren versteht, sondern als Gremium, das in ständigem Dialog mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft umsetzungstaugliche Vorschläge im Kampf gegen den Klimawandel bereitstellt".

So funktioniert der Wiener Klimarat

Der Klimarat besteht aus drei Gruppen (Boards). Den Kern bildet eine unabhängige Gruppe von acht hochkarätigen Persönlichkeiten aus der Wissenschaft (Advisory Board Wissenschaft). Vier Expertinnen und vier Experten beraten den Wiener Bürgermeister und die mit den Klimaschutzagenden betraute Vizebürgermeisterin betreffend klimapolitischer Herausforderungen für Wien und möglicher Maßnahmen der Stadt für den Klimaschutz. Die Empfehlungen werden im Vorfeld gemeinsam mit Schlüsselpersonen aus Wiens Politik, Verwaltung und stadtnahen Unternehmen (Sounding Board Stadt) sowie mit VertreterInnen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Interessenvertretungen (Sounding Board Gesellschaft) besprochen. Die fortlaufende Zusammenarbeit zwischen den drei Boards macht die Tätigkeit des Wiener Klimarats aus. Die Tätigkeit des Wiener Klimarats ist vorerst auf eine Laufzeit von 3 Jahren ausgelegt. Die Koordination und Betreuung wird von Urban Innovation Vienna in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien geleistet. (Schluss) nic

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