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Unis Oxford und Wien untersuchen Auswirkungen auf Langzeitarbeitslose © APA
Unis Oxford und Wien untersuchen Auswirkungen auf Langzeitarbeitslose © APA

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AMS NÖ startet Modellprojekt mit Arbeitsplatzgarantie

22.10.2020

Das AMS Niederösterreich hat eine Initiative mit Arbeitsplatzgarantie vorgestellt. Mit dem auf drei Jahre angelegten "Modellprojekt Arbeitsplatzgarantie Marienthal" (MAGMA) sollen laut Aussendung Langzeitarbeitslose aus der Gemeinde Gramatneusiedl (Bezirk Bruck an der Leitha) wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Das "weltweit erste evidenzbasierte Modell" mit garantiertem Job soll von den Universitäten Oxford und Wien begleitet werden.

"Wir müssen und werden vor dem Hintergrund der jüngsten, nie zuvor da gewesenen Arbeitsmarktentwicklung alles tun, um den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit einzudämmen", so AMS-NÖ Landesgeschäftsführer Sven Hergovich. Das Programm biete ausnahmslos jedem Langzeitarbeitslosen ein Wiedereinstiegsangebot, die zusätzlichen Arbeitsplätze würden nicht nur im gemeinnützigen Bereich, sondern auch in marktwirtschaftlichen Unternehmen geschaffen und finanziert.

Außerdem wurde eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten für die etwa 150 Teilnehmer angekündigt. Dazu gehörten laut AMS die Erhebung persönlicher Potenziale und Kompetenzen, die in einen "maßgeschneiderten persönlichen Perspektivenplan" münden sollen. Unternehmen, die bereit seien, neue Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose zu schaffen, sollen zudem mit "bis zu hundertprozentiger Lohnkostenförderung" unterstützt werden. Sollte sich trotzdem kein Job finden, würden "zusätzliche Dienstverhältnisse im gemeinnützigen Bereich geschaffen und finanziert". Die Gesamtkosten des MAGMA belaufe sich inklusive Begleitforschung für den gesamten Projektzeitraum auf etwa 7,4 Millionen Euro, die vom AMS NÖ getragen werden sollen.

Die Universitäten Oxford und Wien sollen soziologische Begleitstudien zu den ökonomischen, sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen auf Langzeitarbeitslose sowie mögliche Übertragungseffekte auf den Arbeitsmarkt durchführen. Damit wird laut AMS an die 1933 durchgeführte Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal" angeknüpft, die damals von Marie Jahoda, Paul Felix Lazarsfeld und Hans Zeisel durchgeführt wurde. "Hundert Jahre nach der Marienthal-Studie werden wir Antwort auf die Frage suchen, wie Beschäftigung auf die Menschen und die Gemeinschaft wirkt und ob Langzeitarbeitslosigkeit evidenzbasiert bekämpft werden kann", erklärte Hergovich. Der Endbericht soll 2024 vorliegen.

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