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Budget liegt bei zwei Mio. Euro pro Jahr © APA (Punz)
Budget liegt bei zwei Mio. Euro pro Jahr © APA (Punz)

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Innovationsstiftung will künftig Wirtschaftsbildung vorantreiben

17.07.2019

Die Innovationsstiftung für Bildung, 2017 von der Regierung zur Förderung innovativer Projekte gegründet, will künftig einen Fokus auf Wirtschaftsbildung legen. Man wolle die Basisbildung im Umgang mit Geld verbessern. Immerhin gebe es in Österreich jedes Jahr 10.000 Privatkonkurse, so Jakob Calice, seit Jänner Chef des Österreichischen Austauschdiensts (OeAD) und Vorstand der Stiftung, zur APA.

Im Herbst soll eine bei der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien und dem Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) in Auftrag gegebene Studie zum Thema vorliegen. Erste Ergebnisse zeigen, dass es hier besonders in der Sekundarstufe 1 (Neue Mittelschule/NMS, AHS-Unterstufe) eine Lücke bei der Vermittlung von Wirtschaftswissen gibt. Für den neuen Fokus wünscht sich Calice auch die Einrichtung einer neuen Substiftung zu diesem Thema.

Derzeit gibt es zwei solche Substiftungen, an denen die Bildungsinnovationsstiftung sich mit zu 30 Prozent beteiligt, die steuerlich begünstigt sind und über die Stiftung auf Expertise des OeAD über das österreichische Bildungssystem und auf die Community der Stiftung zurückgreifen können. Künftig will Calice noch stärker auf dieses "Innovationstool" setzen und weitere Privatinitiativen motivieren, Innovationsprojekte umzusetzen. Die bestehenden Substiftungen "Sinnbildungsstiftung" und "motion4kids" haben seit 2017 Projekte um 600.000 Euro ausgeschrieben, betont Calice deren Potenzial.

Aktueller Schwerpunkt ist Digitalisierung

Aktueller Förderschwerpunkt der Bildungsinnovationsstiftung ist das Thema Digitalisierung, vor allem digitale Lehr- und Lernunterlagen. Lehrer müssen diese adaptieren und verbessern können, die Unterlagen müssen sinnvolle Anleitungen für den Einsatz beinhalten und Lehrer und Schüler von den Entwicklern, Forschern und Verlagen von Anfang an eingebunden werden. Bei der zweiten Ausschreibung wurden 73 Projekte eingereicht. Zwölf davon werden nun mit 600.000 Euro gefördert und damit die ursprünglich geplante Fördersumme für zwei zusätzliche Projekte um 100.000 Euro aufgestockt.

In den Themen spiegeln sich laut Calice aktuelle Debatten wie Fridays For Future wider: Ein Projekt will die Folgen des Klimawandels durch Augmented Reality greifbar machen, ein interaktives Lernspiel zeigt die ökologischen Auswirkungen von Verkehr. Andere Projekte drehen sich um Gesundheit oder Robotik. Die Umsetzung der Projekte startet im Herbst, dann sind sie auf der Plattform Eduthek des Bildungsministeriums abrufbar und werden in Abstimmung mit Lehrern und Schülern an die Praxiserfordernisse angepasst.

Geht es nach Calice, soll die Innovationsstiftung die Rolle von Startups bei Konzernen übernehmen und aus einer Außenperspektive heraus Innovationen entwickeln, die dann in das System (Bildungsministerium, Bildungsdirektionen, Pädagogischen Hochschulen) einfließen. Die große Stärke der Stiftung sei dabei jene des Vernetzers zwischen den Institutionen des Bildungssystems und außerhalb.

Ansatz an "neuralgischen Punkten"

Thematisch soll die Stiftung bei ihren Interventionen "wie bei den Nadelstichen bei der Akupunktur" (Calice) an bestimmten neuralgischen Punkten ansetzen. Welche genau das in Zukunft sein werden, soll gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Beirat sowie Externen etwa bei den bestehenden Substiftungen, definiert werden. Der Schwerpunkt Digitalisierung werde als Megatrend aber auch in Zukunft auf die eine oder andere Art erhalten bleiben.

Das Budget von zwei Mio. Euro pro Jahr anstelle der ursprünglich geplanten Einmalzahlung von 50 Mio. Euro aus der Bankenmilliarde sieht Calice nicht so tragisch. "Gerade in der Bildung können auch 50 Mio. verpuffen wie nichts und zwei Mio. Euro können sehr viel bewirken, wenn man sie richtig einsetzt. Insofern kann man damit schon arbeiten."

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