Politik & Wirtschaft

Partnermeldung

RETHINKING PLASTICS – mit Innovationen zu einem nachhaltigen Kunststoffkreislauf

11.09.2019

Bei der gestrigen Veranstaltung des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) "RETHINKING PLASTICS – 10 Rezepte für nachhaltigen Kunststoff" präsentierten führende österreichische Unternehmen aus der Kunststoffbranche neue Technologien und Lösungsansätze, um das Problem des Kunststoffabfalls weltweit in den Griff zu bekommen. Die Entlastung der Umwelt durch Kreislaufwirtschaft und Recycling stand dabei im Mittelpunkt. Innovative Technologien im Bereich Recycling bildeten den Kern der Vorträge. Auch die Förderung von Kunststoffkreisläufen in den verschiedensten Anwendungsgebieten und die Notwendigkeit, bereits bei der Produktion von Kunststoffprodukten auf die Rezyklierbarkeit zu achten, wurden als wichtige Lösungsansätze präsentiert. Obwohl Österreich mit einer Verwertungsquote von 99 Prozent zu den globalen Musterschülern gehört und der Großteil der Kunststoffabfälle in den Ozeanen aus Afrika und Asien stammt, betonte Hubert Culik, Obmann des FCIO, die Wichtigkeit der Innovation heimischer Unternehmen im Bereich Kunststoffrecycling: "Österreich ist jetzt schon führend in der Entwicklung von Recyclingtechnologien und -maschinen. Diese Technologieführerschaft muss weiter ausgebaut werden, um unser Know-how in Regionen der Welt zu exportieren, wo es aktuell an Abfallmanagementkonzepten mangelt, insbesondere in Asien und Afrika. Außerdem benötigen wir ein gezieltes Förder- und Anreizsysteme für die Weiterentwicklung neuer Technologien, wenn wir weiter an der Spitze innovativer Länder bei Kunststoffproduktion und -recycling bleiben wollen", so Culik.

Kunststoff ist unverzichtbar für moderne und hohe Lebensqualität

Neben der Präsentation neuer Technologien wurde auch auf die zentrale Bedeutung von Kunststoffen für unseren Alltag hingewiesen und die Notwendigkeit des nachhaltigen Umgangs mit diesen wertvollen Werkstoffen betont. Kunststoffe sind aufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften im täglichen Leben unverzichtbar geworden. Moderne Gesellschaften wären undenkbar ohne ihren Einsatz. Von lebensrettenden Produkten in der Medizin über Kabelisolierungen, die das Internet und sichere Stromführung erst ermöglichen, bis hin zu Leichtbauteilen in der Mobilität, die den Energieverbrauch senken. Deshalb müsse die öffentliche Debatte über Kunststoffabfälle auch konstruktiv geführt werden, in Richtung Problemlösung durch Recycling und Kreislaufwirtschaft, anstelle von populistischen Forderungen nach Verboten, so Hubert Culik. "Kunststoff kann man nicht einfach ersetzen, ohne unser modernes Leben völlig in Frage zu stellen. Im letzten halben Jahrhundert hat er sich in vielen Lebensbereichen als die beste Materialalternative erwiesen. Sogar für den Klimaschutz sind Kunststoffe wegen ihrer Leichtigkeit und ihrer vergleichsweise ressourcenschonenden Produktion ein Schlüsselmaterial", bekräftigt der Obmann des FCIO seine Forderung nach einer ausgewogenen öffentlichen Debatte.

Kunststoffrecycling und Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Recycling von Kunststoffen beginnt nicht mit der Sammlung, sondern mit dem Design von Produkten. Führend in diesem Bereich ist das österreichische Unternehmen Greiner Packaging. Der Verpackungsspezialist beschäftigt sich unter seinem Leitsatz "Designed for Recyclability" intensiv mit der Optimierung seiner Verpackungen, sowohl was die Recyclingfähigkeit betrifft, als auch die Verbesserung der Umweltbilanz. Greiner hat auch als eines der ersten Verpackungsunternehmen weltweit im Non-Food-Bereich bereits Verpackungslösungen mit 100 Prozent Recyclingmaterial auf den Markt gebracht. Eine weitere Schlüsseltechnologie für nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen ist das sogenannte "chemische Recycling". Dabei werden Kunststoffabfälle, die nicht zum mechanischen Recycling geeignet sind, etwa weil sie verschmutzt sind, durch thermochemische Verfahren wieder in Rohstoffe umgewandelt, aus denen neue Kunststoffprodukte erzeugt werden können. In Österreich gehört u.a. Sunpor zu den Unternehmen, die sich mit dieser Zukunftstechnologie auseinandersetzen. Der niederösterreichische Wärmedämmplattenhersteller präsentierte ein aktuelles Projekt, bei dem mit Hilfe der chemischen Recyclingtechnologie Polystyrol wiederverwertet werden kann. Im Bereich Kreislaufwirtschaft präsentierte Borealis, ein global agierender Hersteller von Polyolefinen, Techniken, mit denen es den Anteil an Rezyklat in seinen Produkten erhöhen konnte. Der Anteil von Rezyklaten im Bereich der High-End-Werkstofflösungen für die Automobilindustrie konnte in den vergangenen Jahren auf bis zu 50 Prozent gesteigert werden. Wie man mit innovativen Lösungen beim Einsatz von Mehrweg die Entstehung von Abfall drastisch reduzieren kann, zeigte FRIES Kunststofftechnik. Mit "Cup Concept" hat sich das Vorarlberger Unternehmen als Outsourcing-Partner für Mehrwegbecherlösungen für Großveranstaltungen etabliert. Die jährliche Anzahl gereinigter Mehrwegbecher beläuft sich auf etwa 35 Millionen.

"Kunststoff ist zu wertvoll, um ihn wegzuwerfen"

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Industrie und Politik, wurde auch die öffentliche Debatte rund um Abfall und Kunststoffe thematisiert. Dabei wurde auch die starke Vereinfachung des Themas kritisiert, die zu einseitigen Vorurteilen gegenüber Kunststoffen führen kann. Es gäbe zwar auch Probleme bei der Verwendung in einigen, wenigen Bereichen, aber auch sehr viele Vorteile, über die zu wenig berichtet wird. Moderne, wachsende Gesellschaften werden Kunststoffe auf Grund ihrer vielfältigen Einsetzbarkeit auch in Zukunft benötigen, so der Tenor. Etwa im Bereich der Wärmedämmung oder beim Einsatz erneuerbarer Energien. Um dabei Nachhaltigkeit zu gewährleisten, wird Recycling unverzichtbar sein, so die einhellige Meinung des Podiums. Auf einen Punkt, dem am Ende alle zustimmen könnten, brachte es Harald Pflanzl, Geschäftsführer von BASF Österreich: "Kunststoff ist zu wertvoll, um ihn wegzuwerfen".

Über den FCIO:

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in Österreich. Derzeit vertritt der Verband etwa 250 Unternehmen aus der chemischen Industrie, welche neben der Kunststoff- und Pharmaindustrie auch die Produktion von organischen und anorganischen Chemikalien, Chemiefasern und Lacken umfassen. Mehr als 45.000 Beschäftigte in der chemischen Industrie haben 2018 Waren im Wert von über 16 Milliarden Euro hergestellt. Der FCIO setzt sich für einen ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen und attraktiven Chemiestandort Österreich mit einem forschungs- und technologiefreundlichen Umfeld ein.

Rückfragehinweis:
   FCIO - Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
   Mag. Andreas Besenböck
   Tel.: +43(0)5 90 900-3372
   Mobil: +43 (0)664 8179057
   besenboeck@fcio.at
   www.fcio.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/7436/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

STICHWÖRTER
Kunststoff  | Umwelt  | Innovationen  | Abfall  | Technologie  |
Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung