Politik & Wirtschaft

Gerald Kothleitner beim Einschleusen einer Probe in das ASTEM © ZFE
Gerald Kothleitner beim Einschleusen einer Probe in das ASTEM © ZFE

Partnermeldung

Spitzenforschung 4.0 am ZFE

16.09.2019

Elektronenmikroskopische Untersuchungen bilden einen essentiellen Grundpfeiler für den Informationsgewinn in wissenschaftlicher und industrieller Forschung. Moderne Materialien und sich erweiternde Anwendungsfelder stellen Wissenschaftler jedoch stets vor neue Herausforderungen und erfordern innovative Charakterisierungsmethoden.

Der Vielzahl an Methoden steht ein beträchtlicher apparativer Aufwand gegenüber, der großes Expertenwissen, intensiven Austausch mit anderen Wissenschaftlern und eine enge internationale Vernetzung erfordert. ESTEEM3, ein europaweites Netzwerkprojekt, macht dies möglich. Das ACR-Institut Zentrum für Elektronenmikroskopie Graz (ZFE) bildet den ESTEEM-Knoten in Österreich.

"Enabling Science and Technology through European Electron Microscopy" - kurz ESTEEM3, ist die Erfolgsgeschichte einer Reihe EU geförderter Projekte mit dem Ziel, die führenden Mikroskopiezentren Europas optimal zu vernetzen. Geleitet von Gerald Kothleitner, bildet das ACR Institut Zentrum für Elektronenmikroskopie Graz (ZFE) (gemeinsam mit dem FELMI der TU Graz) seit Jänner 2019 wieder den ESTEEM-Knoten in Österreich und spielt dabei in einer Liga mit Spitzeninstituten von Oxford, Cambridge, Paris, Jülich oder Antwerpen. Drei Schwerpunktaktivitäten bilden die Kernpunkte des Projektes: Zugang zu modernster Infrastruktur für externe Forscher, Netzwerkaktivitäten mit Trainings und Workshops sowie multi-laterale Forschung im Bereich neuer Mikroskopietechniken und moderner Materialien. Für den Bereich Information and Communication Technology Materials hat das FELMI-ZFE die Themenführerschaft.

Der Forschungsverbund FELMI-ZFE ist ausstattungstechnisch eines der führenden Labors in Europa. Als Eintrittskarte in den illustren Zirkel gilt nach wie vor das ASTEM, Österreichs erstes aberrationskorrigiertes Transmissionselektronenmikroskop. Während das Grundgerät auch für die nächsten Jahre eine sehr gute Basis für hochkarätige Forschung bleiben wird, ergab sich bei den Elektronendetektoren allerdings dringender Erweiterungsbedarf, um den Anschluss an aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen erhalten zu können. Vor diesem Hintergrund konnte in zwei vom Land Steiermark und der ACR geförderten Projekten, unlängst innovative Hardware in Betrieb genommen werden, die nun für die Untersuchung strahlensensitiver Materialien, wie z.B. Energiematerialien zur Verfügung steht ("Direct Electron Detection"). Eine zusätzliche Erweiterung wurde mit der neuen Technik des "Differential phase contrast-imaging" eingeführt (Förderung durch ACR und BMDW). Durch diese spezielle, am ASTEM nachgerüstete Detektor- und Softwaretechnologie können hohe Kontraste für Leichtelementwerkstoffe erzielt und auch magnetische Materialien mit Nanometer-Auflösung untersucht werden.

Neben der Stärkung der kooperativen Forschung mit anderen Forschungsinstituten und steirischen Universitäten, ermöglichen diese Investitionen vielfältige europäische Spitzenforschungsprojekte. Die verbesserte Ausstattung lässt aber auch eine Intensivierung der Industriekooperationen erwarten und schafft für das FELMI-ZFE, die ACR und die TU Graz geeignete infrastrukturelle Rahmenbedingungen für die Zukunft.

STICHWÖRTER
Forschung  | Technologie  | Steiermark  | Bez. Graz  | Graz  | Wissenschaft  |
Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung