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Politiker-Dissertation - Blockade auf Belgrader Universität

16.09.2019

Die Dissertation des serbischen Finanzministers Sinisa Mali sorgt in Belgrad weiter für Proteste. Eine Studentengruppe aus der regierungskritischen Bewegung "Einer von fünf Millionen", die bereits am Freitag das Rektorat der staatlichen Universität in Belgrad besetzt hatte, setzte am Montag ihre Blockade fort. Ihre Forderung: Rektorin Ivanka Popovic soll sich für die Amtsenthebung Malis einsetzen.

Die demonstrierenden Studenten verweigerten am Montag allen Mitarbeitern des Rektorats, die Rektorin eingeschlossen, den Zutritt ins Gebäude. Die Forderung der Studenten würde die Befugnisse der Universität überschreiten, teilte unterdessen das Rektorenkollegium in einer Aussendung mit.

Eigentlich hatte eine Expertenkommission der Belgrader Universität Anfang Mai Mali von Plagiatsvorwürfen freigesprochen. Es hieß allerdings, dass etwa sieben Prozent der Dissertation ohne Quellenangaben abgeschrieben worden seien. Die Kommission vom Ethischen Ausschuss der Universität sollte die Dissertation erneut unter die Lupe nehmen.

Weitere Arbeiten infrage gestellt

Mali gilt als einer der engsten Mitarbeiter von Präsident Aleksandar Vucic. Umstritten war allerdings nicht nur die Dissertation dieses Ministers. Auch die Doktorarbeiten von Innenminister Nebojsa Stefanovic und der Notenbankpräsidentin Jorgovanka Tabakovic wurden infrage gestellt.

Die Protestbewegung "Einer von fünf Millionen" geht seit Anfang Dezember einmal wöchentlich in Belgrad auf die Straße, um ihre Unmut mit der Regierung und dem Präsidenten Vucic zu bekunden.

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