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Conrad Observatorium für Rauskala "Hidden Champion" am Trafelberg

14.11.2019

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 41/2019 und nicht zwingend tagesaktuell

Eine neue Testeinrichtung für Weltraummagnetometer haben Wissenschaftsministerin Iris Rauskala, die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und die Akademie der Wissenschaften (ÖAW) kürzlich am Conrad-Observatorium am Trafelberg in Muggendorf (NÖ) präsentiert. Rauskala sprach von einem "Hidden Champion eingebettet in die wunderschöne niederösterreichische Landschaft".

Selbst die NASA (National Aeronautics and Space Administration) stütze sich auf die "beste Messqualität und diese Datengenauigkeit", wie sie von hier geliefert werde. Auch die Jupiter-Mission JUICE (JUpiter ICy moons Explorer) der ESA (European Space Agency) verwende Vorarbeiten dieses Instituts, betonte die Ministerin. Im Vorfeld ließ sie wissen, wie wichtig fachübergreifende Kooperationen wie hier zwischen der ZAMG und der ÖAW für den Forschungsstandort Österreich seien.

Das Observatorium zeige eindeutig, dass über Fachgebiete, Institutionen und Landesgrenzen hinweg kooperiert werden könne. Pro Jahr würden hier "30 bis 40 nationale und internationale Projekte unterschiedlichster Organisationen, von der Grundlagenforschung bis zu technischen Anwendungen für die Wirtschaft" laufen. So entstünden neue innovative Lösungen zum Nutzen der Bevölkerung, fuhr Rauskala fort.

Störungsfreie Bedingungen

Der Leiter des Observatoriums, Roman Leonhardt von der ZAMG, betonte, dass die Anlage im Bezirk Wiener Neustadt-Land einerseits durch ihre Nähe zu Wien (etwa 50 Kilometer südwestlich) und zum Flughafen in Schwechat besteche. Andererseits würden hier störungsfreie Bedingungen bei konstanter Temperatur für alle eingesetzten Messtechniken geboten. Essenziell sei, Forschung und Beobachtung möglichst ohne äußere Einflüsse garantieren zu können, weil etwa die Vorhersage von Sonnenstürmen ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich von großer Bedeutung sei. Denn diese hätten "erhebliche Auswirkungen auf die technische Infrastruktur".

Die Vorhersage derartiger Ereignisse sei ein essenzieller Teil des Multi-Hazard-Warnsystems der ZAMG, erklärte der Direktor der Zentralanstalt, Michael Staudinger. Bei Krisensituationen, wie einem Blackout oder dem Ausfall von Navigationssystemen, könnten kritische Wetterbedingungen die Hilfs- und Rettungseinsätze erschweren oder gar unmöglich machen, fügte Staudinger hinzu.

Das geophysikalische Observatorium, das fast zur Gänze unterirdisch liegt, bezeichnete Leonhardt als eines der "weltweit besten seiner Art, im Magnetfeldbereich gehören wir zur oberen Liga". Es dient der Messung und Erforschung von Erdbeben, Erdschwere, Erdmasse, Magnetfeld, geodätischen Parametern, atmosphärischen Wellen und meteorologischen Daten.

Werner Magnes, Leiter der Magnetometergruppe am Institut für Weltraumforschung in Graz, beschrieb das Spulensystem zur Erzeugung von Magnetfeldern, welches perfekte Forschungsbedingungen garantiere, da es das Erdmagnetfeld ausblende. Der ÖAW-Wissenschafter zeigte ein Messgerät, das ab Juni 2022 Teil der ersten europäischen Satellitenmission ins äußere Sonnensystem ist und das Magnetfeld des Jupiters und seiner Monde (Ganymed, Kallisto und Europa) erforschen soll. 2029 wolle man ins Jupiter-System vorstoßen, 2033 solle dann die Umlaufbahn des Ganymed erreicht werden.

Service: www.conrad-observatory.at und www.zamg.at/cms/de/geophysik/magnetik

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