Politik & Wirtschaft

APA

Elektroindustrie fordert standortfreundliche Politik

10.12.2019

Die heimische Elektroindustrie schreibt ihre Wünsche nicht ans Christkind, sondern an die künftige Bundesregierung. Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) hat am Dienstag - inmitten der laufenden Koalitionsverhandlungen von ÖVP und Grünen - einen Forderungskatalog vorgestellt. Im Kern geht es um eine standortfreundliche Industriepolitik.

"Wir sehen uns damit konfrontiert, dass Drittstaaten wie die USA und China klare strategiepolitische Zielsetzungen verfolgen, um die Kontrolle über Schlüsseltechnologien zu erlangen und zu halten - auch in Europa", sagte FEEI-Obmann und Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun. "Wir müssen endlich in Österreich und Europa eine selbstbewusste Industriepolitik entwickeln und bereits vorhandene strategiepolitische Instrumente zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit umfassender etablieren, damit Europa seine globale Handlungsfähigkeit erhalten kann. Das muss von der künftigen Bundesregierung vollumfänglich mitgetragen werden", forderte Hesoun.

Der FEEI verlangt unter anderem, dass das Außenwirtschaftsgesetz, wie von der türkis-blauen Vorgängerregierung geplant, verschärft wird. Neben Untersagungsgründen brauche es auch eine strengere Investitionskontrolle. Für die Förderung von Forschung und Entwicklung betonte der Verband die Wichtigkeit steuerlicher Anreize. So könne sich Österreich als Leitmarkt für Umwelttechnologien positionieren. Die Elektro- und Elektronikindustrie bringe nämlich jene modernen Innovationen hervor, um dem globalen Klimawandel wirksam entgegenzutreten. "Wenn unsere bereits vorhandenen Umwelttechnologien weltweit entsprechend eingesetzt werden, würden wir den Klimazielen viel schneller viel näher kommen", argumentiert Hesoun.

Mehr Studienplätze im technischen Bereich gefordert

Neben Investitionen in die Schieneninfrastruktur fordert der FEEI auch den Ausbau der Straßen. "Wir müssen in Österreich die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass wir schon lange identifizierte Wachstumstreiber wie Elektromobilität und automatisiertes Fahren wirtschaftlich nutzen können", erklärte Hesoun. Eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur sei die Lebensader jedes Wirtschaftsstandortes, sie bedeute kürzere Wege in der Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft.

Auch bildungspolitische Anliegen hat die Elektroindustrie. Sie fordert mehr Studienplätze im technischen Bereich. Das aktuelle Bildungssystem in Österreich begünstige den Fachkräftemangel, weil es zu wenige naturwissenschaftlich und technisch interessierte Absolventen hervorbringe, so die Kritik. "Für uns ist es absolut nicht nachvollziehbar, dass beispielsweise die FH Technikum Wien trotz des akuten Fachkräftemangels im letzten Jahr 1.500 qualifizierte BewerberInnen für technische Studien, obwohl sie das Aufnahmeverfahren erfolgreich absolviert hatten, aus Mangel an der Finanzierung von Studienplätzen abgewiesen werden mussten", sagte FEEI-Geschäftsführer Lothar Roitner.

Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung