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v.li.: ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki, ecoplus Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Klaus Schneeberger, ecoplus Technopolmanager Rainer Gotsbacher © Gerald Tschank Schulbild GmbH
v.li.: ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki, ecoplus Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Klaus Schneeberger, ecoplus Technopolmanager Rainer Gotsbacher © Gerald Tschank Schulbild GmbH

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Neujahrs-Kickoff am Technopolstandort Wiener Neustadt

21.01.2020

Mit dem traditionellen Neujahrsempfang starteten gestern rund 100 Vertreterinnen und Vertreter der F&E-Community am Technopol Wiener Neustadt ins neue Arbeitsjahr, in dessen Rahmen auch der tecnet/accent Innovation Award verliehen wurde. "Der Neujahrsempfang ist eine gute Gelegenheit, um die Highlights des vergangenen Jahres Revue passieren zu lassen und dann den Blick in die Zukunft zu lenken. Gerade hier am Technopol Wiener Neustadt konnten von der Fachhochschule, den angesiedelten Unternehmen sowie den Forschungseinrichtungen große Erfolge eingefahren werden. Damit haben wir die bestmöglichen Voraussetzungen, damit auch 2020 zu einem herausragenden Jahr für den Bildung-, Forschungs- und Innovationsstandort Wiener Neustadt wird", waren sich ecoplus Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Klaus Schneeberger und ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki einig.

Unter den vier Technopol-Standorten Tulln, Krems, Wiener Neustadt und Wieselburg nimmt die "Allzeit Getreue" eine Sonderstellung ein: So bescheinigt eine aktuelle Studie des renommierten Economica Instituts, dass der gesamte regionale Wertschöpfungseffekt, der durch die Technopole ausgelöst wird, in Wiener Neustadt mit rund 640 Millionen Euro für das Jahr 2018 von allen Technopolstandorten am höchsten ist. "Auch das Umfeld für forschungsaffine Betriebe und Start-ups ist bei uns besonders attraktiv, der Strukturwandel in Richtung einer wissensbasierten, technologieorientierten Wirtschaft vollzieht sich laut der Studie bei uns rascher als in Vergleichsbezirken. Und beim gesamten Beschäftigungseffekt, der durch die Technopole ausgelöst wird, liegen wir mit rund 5.800 Arbeitsplätzen ebenfalls auf dem ersten Platz. Exzellente Rahmenbedingungen ergeben im Zusammenspiel mit herausragenden Forscherinnen und Forschern ein Innovationsökosystem von internationalem Format", zeigte sich ecoplus Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Klaus Schneeberger beim Neujahrsempfang hoch erfreut.

So wurde 2019 etwa AC2T, das COMET Kompetenzzentrum für Tribologie um vier Jahre verlängert, nach einer Evaluierung sollen weitere vier Jahre folgen. AC2T zählt mit rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus über zwanzig Nationen zu den weltweit größten privatwirtschaftlichen F&E-Anbietern im Bereich Tribologie. Die FOTEC, das Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt, bekam von der Europäischen Weltraumagentur ESA 2019 den Zuschlag für ein Millionenprojekt. Inhalt ist eine Weiterentwicklung des von der FOTEC selbst entwickelten Ionentriebwerks für künftige Wissenschaftsmissionen der ESA. Bereits in der Raumfahrt eingesetzt wird seit Anfang 2019 ein spezielles System zur Blutdruckmessung der Besatzung der internationalen Raumstation ISS, welche einen Rückschluss auf den Zustand das Herz-Kreislaufsystems ermöglicht.

"Damit bestätigt sich einmal mehr, dass der Technopol Wiener Neustadt ein erfolgreiches Zentrum der Luft- und Raumfahrt internationaler Dimension ist. Wir arbeiten intensiv daran, diese Stellung weiter auszubauen und neue, branchenspezifische Unternehmen anzusiedeln. Weiterer Schwerpunkt am Technopol Wiener Neustadt ist die Medizintechnik. Dieses Thema wird in den kommenden Jahren noch wesentlich an Bedeutung gewinnen. Die Ansiedlung der ONCOLAB Diagnostics GmbH vergangenen Sommer war ein wichtiger Schritt in diese Richtung", so ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.

Eine wichtige Grundlage dafür, dass Wiener Neustadt auch weiterhin so erfolgreich unterwegs ist, sind junge, engagierte Forscherinnen und Forscher. Drei Teams wurden im Rahmen des Neujahrsempfangs mit dem Innovation Award, einer gemeinsamen Initiative von tecnet equity, accent Inkubator und ecoplus, ausgezeichnet. Der Preis, der heuer bereits zum dritten Mal vergeben wurde, regt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu an, sich Gedanken über eine kommerzielle Verwertbarkeit ihrer Forschung zu machen. Entsprechend standen im Focus der Bewertung durch die Jury nicht die Inhalte der Projekte, sondern die Strategien zur wirtschaftlichen Umsetzung.

Der 1. Platz ging an Peter Velicsanyi mit seinem Projekt "Graphene Based Materials Development for Innovative Aeronautical Applications". Peter Velicsanyi von CEST hat neuartige graphenbasierte Materialien mit vielfältigen potentiellen Anwendungsmöglichkeiten entwickelt. Mit den Forschungsergebnissen könnte ein wichtiger Beitrag zur Senkung der CO2 Emissionen bei Flugzeugen geleistet werden. Denkbar wären hier beispielsweise neuartige, innovative Luftfahrtanwendungen, durch die das Gesamtgewicht von Flugzeugen gesenkt und damit eben letztendlich auch der Kraftstoffverbrauch verringert werden könnte. Auch ein Einsatz der neuen Materialien in anderen Luftfahrzeugtypen, Zügen, Autos oder Schiffen wäre künftig möglich.

Zweiter wurde das Projekt "PostPolyPrint (PPP)". Bernhard Lutzer und Lidija Rafailovic haben einen innovativen Vorbehandlungs- und Beschichtungsprozess für 3D gedruckte Kunststoffbauteile entwickelt. Mit dem von den CEST ForscherInnen entwickelten Prozess könnten künftig Bauteile aus dem 3D Drucker mit neuen technischen Eigenschaften (z.B. chemische Funktionalität oder Beständigkeit gegen äußere Einflüsse) entwickelt werden. Die potenziellen Anwendungsgebiete reichen von Replikaten von wertvollen Schmuckstücken über besonders leichten und stabilen Antennen für die Luft- und Raumfahrt bis hin zu neuartigen, leichten Wärmetauschersystemen für Automobilanwendungen.

Den 3. Preis erhielten Matthias Maj und ein Team für ihre Arbeit "Reliable operation of process-critical plants by in-situ condition monitoring". Die Kenntnis über den Anlagenzustand in Echtzeit ist für die Fertigungsindustrie von entscheidender Bedeutung, um Wartung und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Ein Team um Matthias Maj von AC2T research hat nun eine Methode entwickelt, mit der wesentliche Anlagen- und Verschleißparameter von Walzen mittels eines Sensornetzwerks gemessen, durch eine effiziente Big-Data Analyse identifiziert und anschließend mit Augmented-Reality (AR) Tools angezeigt werden können. Die Forschungsergebnisse könnten künftig einen wichtigen Beitrag bei der online-Überwachung kritischer Anlagenteile leisten und Ausbrüche von Schutzbeschichtungen rechtzeitig erkennen.

Die tecnet unterstützt die jungen Forscherinnen und Forscher auf ihrem Weg in die Marktumsetzung in Form von Trainings, Workshops oder Coachings. "Hier setzen wir mit dem "research to value"-Programm einen wichtigen Schritt. Es ist uns ein Anliegen, das Wissen um die ökonomische Verwertung von Forschung beim wissenschaftlichen Nachwuchs möglichst früh zu verankern", sagt Thilo Schmalz, Technologie Transfer Manager der tecnet equity. Dem kann Michael Moll, Geschäftsführer des accent Inkubators, nur beipflichten: "Die beste wissenschaftliche Arbeit nutzt nichts, wenn man sie nicht so präsentieren kann, dass die Wirtschaft das Potenzial dahinter erkennt. Wir sind darauf spezialisiert, technologieorientierte und wissensintensive Startups zu unterstützen."

Rückfragen:

Mag. Andreas Csar
Leiter Unternehmenskommunikation und Pressesprecher
ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH
3100 St. Pölten, Österreich
Niederösterreich-Ring 2, Haus A
Tel. +43 2742 9000-19616, Fax -19684
Mobil: +43 664 60119616
a.csar@ecoplus.at
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