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Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen bei der Übertragung eine Rolle © APA (Pfarrhofer)
Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen bei der Übertragung eine Rolle © APA (Pfarrhofer)

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Bessere Prävention durch Verständnis von Grippeviren

23.01.2020

Jährlich macht die Grippewelle in der kälteren Jahreszeit zahlreichen Menschen zu schaffen. Wie genau die Viren zwischen einzelnen Personen übertragen werden, ist allerdings noch nicht vollständig erforscht. Ein Forschungsprojekt soll nun Licht ins Dunkel bringen.

Es ist bekannt, dass der direkte Kontakt mit einer infizierten Person oder Tröpfchen, die beim Atmen produziert werden, dabei eine Rolle spielen. Dass der Übertragungsweg aber auch von umweltbedingten Faktoren, wie beispielsweise Temperatur und Luftfeuchtigkeit, abhängig ist, darüber ist noch wenig bekannt, wie es im Newsletter der Universität Zürich (UZH) hieß.

So komme es im Winter viel häufiger zu Übertragungen als im Sommer. Ein interdisziplinäres Forscherteam möchte nun verstehen, wieso sich Grippeviren in der kalten Jahreszeit so wohlfühlen und welche Rolle dies bei der Verbreitung und Übertragung spielt.

Was mit Viren im Winter passiert

"Einerseits spielt die Temperatur eine Rolle, andererseits die Luftfeuchtigkeit", wurde Silke Stertz vom Institut für Medizinische Virologie der Universität Zürich im Newsletter zitiert. Bei Trockenheit im Winter seien die Grippeviren stabiler und deshalb die Ausbreitung effizienter. Unbekannt sei jedoch der Mechanismus, der dahinter steckt. "Wir möchten herausfinden, was mit den Viren unter solchen winterlichen im Vergleich zu sommerlichen Bedingungen genau passiert."

Ein vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördertes Projekt geht nun diesem Rätsel nach. Ziel sei es, "die Auswirkungen atmosphärischer Bedingungen auf ausgeatmete Aerosolpartikel (Tröpfchen) zu untersuchen und zu schauen, wie diese wiederum Grippevirenpartikel stabilisieren oder destabilisieren."

Die virologische Expertise liefert das Team unter der Leitung von Stertz. Die Forschungsgruppe untersucht, welche Teile der Viren bei sommerlichen Bedingungen zerstört werden und welchen Einfluss dies auf den Vermehrungszyklus der Viren hat. Die Resultate dieses Projekts könnten vor allem für die Prävention hilfreich sein. So seien in der Schweiz Räumlichkeiten oft zu trocken. Es könnte helfen, präventiv die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, sagt Stertz. Das Projekt unter dem Titel "Infectivity of influenza viruses in expiratory aerosols under ambient temperatures and humidity (IVEA)", startet im April 2020 für vier Jahre.

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