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v.l.: Universitätsprofessor Michael Breitenbach, Dipl.Kfm. Hermann Dietz (Rotary Salzburg-Nord), die Preisträger Dr. Nikolaus Krausler, Dr. Anita Heindlmaier und Dr. Christof Regl sowie Professor Jörg von Hagen (Merck Darmstadt) © Andreas Kolarik
v.l.: Universitätsprofessor Michael Breitenbach, Dipl.Kfm. Hermann Dietz (Rotary Salzburg-Nord), die Preisträger Dr. Nikolaus Krausler, Dr. Anita Heindlmaier und Dr. Christof Regl sowie Professor Jörg von Hagen (Merck Darmstadt) © Andreas Kolarik

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Merck Darmstadt und der Rotary Club Salzburg-Nord stiften Preise für exzellente Doktorarbeiten

27.01.2020

Der Dissertationspreis für Geisteswissenschaften 2019 ging an die Politikwissenschaftlerin Anita Heindlmaier und den Rechtswissenschaftler Nikolaus Krausler. Der Preis ist mit insgesamt 2.000,- Euro dotiert und wurde von den Mitgliedern des Vereins Forschungsforum an der Universität Salzburg und vom Rotary Club Salzburg-Nord gespendet. Den Merck-Dissertationspreis 2019 für Naturwissenschaften, ebenfalls in Höhe von 2.000,- Euro erhielt der Biologe Christof Regl, gestiftet von der Firma Merck Darmstadt.

Anita Heindlmaiers Dissertation beschäftigt sich mit der Personenfreizügigkeit in der EU und grenzübergreifenden sozialen Rechten, konkret inwiefern EU-Bürger Zugang zur Grundsicherung in anderen Mitgliedstaaten haben.

Sie analysiert, wie diese sozialen Rechte im Alltag in den Behörden der Mitgliedstaaten umgesetzt werden und welche Faktoren die Entscheidungen von Sachbearbeitern beeinflussen. Vergleichende Fallstudien zu den Praktiken in Österreich, Deutschland und Frankreich zeigen unter anderem, dass nicht erwerbstätige EU-Migranten zunehmend vom Wohlfahrtssystem ihres Wohnstaates ausgeschlossen wurden. Die Arbeit weist somit auf die (prekären) Konsequenzen von EU-Recht und Praxis für EU-Bürger hin.

Anita Heindlmaier ist aktuell Postdoc am Salzburg Centre of European Union Studies/Fachbereich Politikwissenschaft an der Universität Salzburg. Sie forscht im transnationalen Projekt "Rebalancing the Enlarged Single Market" zur sozialen Nachjustierung im europäischen Binnenmarkt mit Fokus auf drei Formen der Arbeitsmigration. Ihre Dissertation, welche von Professor Michael Blauberger betreut wurde, verfasste sie im Kontext des internationalen Projekts "Transnationalization and the Judicialization of Welfare". Heindlmaier studierte Politikwissenschaft, Französisch und Völkerrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Université de Montréal.

Die Dissertation von Nikolaus Krausler analysiert spezielle Fragen des Erbrechts und nimmt eine rechtshistorische und rechtsvergleichende Analyse der Hinzu- und Anrechnung von Schenkungen im österreichischen, deutschen und französischen Pflichtteilsrecht vor. Dadurch, dass das ABGB, das BGB und der Code civil ihre Wurzeln jeweils im römischen Recht besitzen, stellt Krausler im historischen Teil seiner Arbeit zunächst die Entwicklung des Pflichtteilsrechts vom römischen, über das altdeutsche und frühneuzeitliche Erbrecht bis hin zur dritten Teilnovelle des ABGB 1916 dar. Hier weist seine Arbeit auch einen besonderen Bezug zu Salzburg auf, da er die erbrechtlichen Regelungen des Salzburger Landesordnungsentwurfes von 1526 als Erster untersucht hat.

Im zweiten Teil seiner Arbeit wendet er sich im direkten Rechtsvergleich dem aktuellen österreichischen, deutschen und französischen Pflichtteilsrecht zu und hebt neben den Parallelen auch die Unterschiede in der Systematik der drei Rechtsordnungen hervor. Vor allem seine Analyse der seit der letzten Erbrechtsreform im Jahr 2017 von Grund auf neu gestalteten Regelungsmaterie kann für jede am österreichischen Erbrecht interessierte Person auf Grund der Praxisnähe seiner Darstellungen hervorgehoben werden. Seine Arbeit wurde im Juni 2019 im Verlag MANZ veröffentlicht.

Nikolaus Krausler wurde 1993 in Innsbruck geboren. Nach mit Auszeichnung bestandener Matura am Privatgymnasium Borromäum in Salzburg 2011, nahm er das Diplomstudium der Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg auf und schloss es im Juni 2015 ab. Während seines Doktoratsstudiums war er Assistent bei Universitätsprofessor Michael Rainer am Fachbereich Privatrecht der Universität Salzburg und ist nun seit Oktober 2019 Rechtsanwaltsanwärter in der Wiener Großkanzlei CERHA HEMPEL im Team von Honorarprofessorin Irene Welser.

Thema der ausgezeichneten Arbeit von Christof Regl ist die Entwicklung von Methoden zur Analyse von Biotherapeutika mittels Chromatographie und Massenspektrometrie. Seine Dissertation "Quantification and Site Specific Assignment of Post-Translational Modifications in Monoclonal Antibodies" wurde im Rahmen des Christian Doppler Labors für die Charakterisierung von Biosimilars durchgeführt. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Quantifizierung von modifizierten Varianten der Biotherapeutika, welche einen Effekt auf die Sicherheit und Effizienz der Medikamente haben könnten.

Christof Regl maturierte am Gymnasium Braunau/Inn, gefolgt vom Bachelor-, Master- und Doktoratsstudium an der Universität Salzburg. Er wird im Sommersemester 2020 einen öffentlichen Vortrag über seine preisgekrönte Arbeit halten. Die Einladung wird zeitgerecht erfolgen.

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