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In 24 afrikanischen Ländern gibt es inzwischen Kontrollen an Flughäfen © APA (AFP)
In 24 afrikanischen Ländern gibt es inzwischen Kontrollen an Flughäfen © APA (AFP)

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Coronavirus - Hohes Risiko einer Ausbreitung in Afrika

21.02.2020

Bisher ist in Afrika nur ein Fall des neuartigen Coronavirus bekannt. Das Risiko einer Ausbreitung auf dem Kontinent ist Experten zufolge aber extrem hoch. Laut einer im Fachblatt "The Lancet" veröffentlichten Studie besteht vor allem in Südafrika, Ägypten und Algerien ein hohes Potenzial für ein Auftreten der neuen Lungenkrankheit Covid-19.

In China wurden bisher mehr als 75.400 Fälle der Erkrankung nachgewiesen, mehr als 2.200 Menschen sind gestorben. Außerhalb Chinas gibt es mehr als 1.200 Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus - aber nur ein bestätigter Fall in Afrika, und zwar in Ägypten.

Kontinent eng mit China vernetzt

Das scheint überraschend angesichts der engen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Afrika und China. Das asiatische Riesenreich ist einer der größten Handelspartner Afrikas, viele der Importe kommen aus China. Schätzungen zufolge leben und arbeiten rund eine Million Chinesen auf dem Kontinent. Ethiopian Airlines fliegt nach eigenen Angaben trotz des Coronavirus-Ausbruchs weiterhin wöchentlich mit 35 Flügen fünf chinesische Städte an. Und Kenya Airways betrieb bis Ende Jänner Flüge von Nairobi über Bangkok nach Guangzhou.

"Das Risiko ist hoch für Afrika", sagte Michel Yao, der Leiter der Notfall-Programme bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Afrika. Allerdings glaubt er nicht, dass es über den Fall in Ägypten hinaus bereits mehr Infektionen gibt. Da ist Christoph Bonsmann, Vorstand des Medikamentenhilfswerks Action Medeor, anderer Meinung: Er glaubt, es könnte bereits mehr Erkrankungen geben, die noch nicht festgestellt wurden.

Das besonders hohe Ausbreitungsrisiko in Ägypten, Algerien und Südafrika ermittelten die Autoren der "Lancet"-Studie unter anderem über die Auswertung von Daten zu Flugreisen. Diese drei Länder sind demnach aber vergleichsweise sehr gut vorbereitet. Die Gefahr einer Ausbreitung von Covid-19 in Nigeria und Äthiopien sei etwas geringer, dafür seien diese Länder weniger gut vorbereitet und anfälliger, unter anderem wegen der großen Bevölkerungszahl.

Ineffektive Screenings

Inzwischen können Yao zufolge 21 der 47 Länder in der WHO-Region Afrika den neuartigen Coronavirus selbst bestätigen. Außerdem haben demnach 24 Länder inzwischen Kontrollen in Form von Screenings etwa an Flughäfen aufgebaut. Allerdings warnte Bonsmann, dass diese Screenings nicht sehr effektiv seien. Denn jemand kann infiziert sein, ohne Symptome zu haben, weil die Inkubationszeit bis zu 14 Tage beträgt. Hinzu kommt, dass viele Infektionen sehr mild verlaufen und eine erkrankte Person unter Umständen nur sehr wenige Symptome zeigt.

Sollten sich tatsächlich mehr Fälle in Afrika bestätigen, könnte es sehr schwer sein, den Ausbruch einzudämmen. Dazu müssten Kontakte von Infizierten genau nachverfolgt und Menschen daraufhin isoliert werden können, wie Bonsmann erklärt. Doch dafür braucht man sehr viel medizinisches Personal.

Auch haben viele Gesundheitssysteme in Afrika nicht ausreichend Kapazitäten der Intensivmedizin, wie Yao sagte. Schwere Fälle des neuartigen Coronavirus müssten auf der Intensivstation behandelt werden. Mit einer großen Zahl an Intensiv-Patienten könnten aber etliche afrikanische Staaten nicht umgehen. "Das ist eine unserer größten Sorgen." Afrika muss sich daher auf einen Ausbruch so gut es geht vorbereiten.

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