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Blaumeise © Tanja Himmel/Vetmeduni Vienna
Blaumeise © Tanja Himmel/Vetmeduni Vienna

Partnermeldung

Tote Vögel melden und die Wissenschaft unterstützen! Citizen Science Projekt "Vogelmalaria" - Vetmeduni Vienna

03.06.2020

Das Institut für Pathologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) bittet um Ihre Mithilfe: Bringt Ihre Katze einen toten Vogel nach Hause oder finden Sie tote Meisen, Ammern oder Finken in Ihrem Garten können Sie einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der "Vogelmalaria" bei Singvögeln und Spechten leisten.

Bei der sogenannten Vogelmalaria handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die bei heimischen Singvögeln und Spechten häufig auftritt. Ausgelöst durch Hämosporidien (Blutparasiten, die auch Organe befallen) kann die Infektion schwere Erkrankungen bei Vögeln auslösen und verläuft mitunter tödlich.

Vogelmalaria im Fokus der Wissenschaft

Im Rahmen des Citizen Science Projektes "Vogelmalaria" möchten ForscherInnen nun besser verstehen, wie und unter welchen Voraussetzungen sich diese Blutparasiten im Gewebe der Vögel vermehren. Das Forschungsprojekt wird durch den Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert und von WissenschafterInnen der Veterinärmedizinischen Universität Wien koordiniert und betreut.

Ein Forschungsteam um Herbert Weissenböck (Leiter des Instituts für Pathologie an der Vetmeduni Vienna) testet tote Singvögel und Spechte auf das Vorkommen von Hämosporidien. In positiven Fällen werden die Erregerarten identifiziert und durch sie verursachte Gewebsveränderungen analysiert.

"In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnten wir zeigen, dass Infektionen mit zwei Haemosporidienarten zu lokalen Todesfällen bei Amseln geführt haben (Himmel et al.: Malar J 19, 69, 2020). Uns interessiert nun, ob auch bei anderen Vogelarten Haemosporidien derart dramatische Auswirkungen haben können. Das ist bisher so gut wie unbekannt," so Herbert Weissenböck.

Meldeaktion: Vögel und Spechte gesucht!

Zur weiteren Erforschung der Vogelmalaria benötigen die WissenschafterInnen der Vetmeduni Vienna jedoch eine ausreichend große Sammlung an Vogelkadavern von Singvögeln und Spechten. Mithilfe der Meldeaktion - unter Beteiligung der BürgerInnen - sollen nun Vögel zu Forschungszwecken gesammelt werden. Tot aufgefundene Spechte und Singvögel aus den Gebieten Wien, Niederösterreich und Burgenland werden von der Vetmeduni Vienna in Zusammenarbeit mit dem Projekt "StadtWildTiere"/"Wilde Nachbarn" (Österreichische Vogelwarte) sowie mit BirdLife Österreich zu Untersuchungszwecken gesammelt und anschließend untersucht. Die Meldeaktion läuft von Juni bis Oktober 2020.

Neben toten Singvögeln wie Meisen, Lerchen und Finken werden auch Spechte dringend zu Forschungszwecken gesucht. Eine Liste aller Vertreter der relevanten Vogelfamilien und Spechte finden Sie hier.

Toter Vogel gefunden - was tun?

1. Sie finden einen toten Singvogel oder Specht: Bitte verpacken Sie den toten Vogel in ein Plastiksackerl und verschließen Sie dieses sorgfältig. Beim Hantieren mit toten Vögeln sind Handschuhe empfehlenswert!

2. Melden Sie Ihren Vogelfund über die Projekt-Website ein. Zusätzlich können Sie Fotos gefundener Vögel sowie Angaben zu deren Zustand und zur Fundstelle auch an vogelmalaria@vetmeduni.ac.at senden. Bitte fügen Sie Ihrem Fund Informationen zum Absender (Telefonnummer, E-Mail) und Fundort bei, damit der Vogel Ihrer Meldung zugeordnet werden kann.

3. Das Projektteam der Vetmeduni Vienna nimmt mit Ihnen Kontakt (telefonisch bzw. per E-Mail) auf.

4. Besteht wissenschaftliches Interesse am gefundenen Vogel, klärt das Projektteam die weitere Vorgehensweise (Verpackung, kühle Lagerung usw.) mit Ihnen ab.

5. Um den Aufwand für Sie so gering wie möglich zu halten, wird der Vogelkadaver durch einen Transportdienst abgeholt. Die Kosten für die Abholung werden gänzlich von der Vetmeduni Vienna übernommen.

6. Die Untersuchung des Vogelkadavers auf Hämosporidien erfolgt am Institut für Pathologie der Vetmeduni Vienna.

7. In jedem Fall werden Sie vom Projektteam über die Ergebnisse zu Ihrem Fund informiert und die gesammelten Daten werden am Ende der Studie auf der Projekt-Website veröffentlicht.

Gut zu wissen:

Die Erreger der Vogelmalaria sind für Menschen und Haustiere ungefährlich!

Dennoch sollte der direkte Kontakt mit toten Tieren vermieden werden. Zum Hantieren mit toten Vögeln ist die Verwendung von Handschuhen oder umgestülpter Plastiksackerl (z.B. Sackerl für Hundekot) empfehlenswert. Im Anschluss bitte auf die Handhygiene achten!

Weitere Informationen und Rückfragehinweis:

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr.med.vet. Herbert Weissenböck Dipl.ECPHM

Projektkoordination: MMag. Tanja Himmel & Dr. Josef Harl

Detaillierte Informationen zum Forschungsprojekt des FWF finden Sie auf der Website des Instituts für Pathologie (Vetmeduni Vienna).

Über die Veterinärmedizinische Universität Wien:

Die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna) ist eine der führenden veterinärmedizinischen, akademischen Bildungs- und Forschungsstätten Europas. Ihr Hauptaugenmerk gilt den Forschungsbereichen Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Tierhaltung und Tierschutz sowie den biomedizinischen Grundlagen. Die Vetmeduni Vienna beschäftigt 1.500 MitarbeiterInnen und bildet zurzeit 2.500 Studierende aus. Der Campus in Wien Floridsdorf verfügt über fünf Universitätskliniken und zahlreiche Forschungseinrichtungen. Zwei Forschungsinstitute am Wiener Wilhelminenberg sowie ein Lehr- und Forschungsgut in Niederösterreich gehören ebenfalls zur Vetmeduni Vienna. Die Vetmeduni Vienna spielt in der globalen Top-Liga mit: 2019 belegt sie den exzellenten Platz 5 im weltweiten Shanghai-Hochschulranking im Fach "Veterinary Science. www.vetmeduni.ac.at

Rückfragehinweis:
Institut für Pathologie
Veterinärmedizinische Universität Wien
T +43 (1) 250 77-2440/2445
E-Mail: vogelmalaria@vetmeduni.ac.at
Aussender:
Mag. Nina Grötschl
Wissenschaftskommunikation / Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)
T +43 (1) 25077-1187
Nina.Groetschl@vetmeduni.ac.at
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