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Studierenden-Sozialerhebung: Detailergebnisse von A bis Z

24.06.2020

Im Folgenden Detailergebnisse aus der "Studierenden-Sozialerhebung 2019". Befragt wurden dafür 48.000 Studenten von Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Aufgrund der Corona-Pandemie sind manche Daten - etwa zur Erwerbstätigkeit - allerdings überholt.

ALTER: Im Schnitt sind die Studierenden 26,9 Jahre alt (exklusive Doktoranden), vor zehn Jahren waren es noch 26,5 Jahre. Das Durchschnittsalter der Studienanfänger liegt bei 22,3 Jahren, es ist in den vergangenen zehn Jahren leicht gesunken.

ARBEIT: Der Anteil der erwerbstätigen Studenten ist zwischen 2015 und 2019 von 61 auf 65 Prozent gestiegen. Insgesamt arbeiten erwerbstätige Studenten durchschnittlich 20,5 Stunden pro Woche, das ist etwas mehr als 2015 (19,9). Im Detail: 22 Prozent der Studierenden betrachten sich als in erster Linie erwerbstätig und betreiben das Studium nebenbei. 21 Prozent sehen sich primär als Student bzw. Studentin, arbeiten aber mehr als zehn Stunden pro Woche, und ebenfalls 21 Prozent sehen sich als Student und arbeiten bis zu zehn Stunden pro Woche.

FINANZEN: Studenten haben ein durchschnittliches Monatsbudget von 1.216 Euro. Dieses setzt sich aus Geldeinnahmen von 1.065 Euro (vor allem aus Erwerbstätigkeit) und Naturalleistungen von 151 Euro zusammen. Dabei gibt es aber deutliche Unterschiede: Ein Viertel der Studenten hat weniger als 790 Euro zur Verfügung, zehn Prozent mehr als 2.000 Euro. Seit 2015 ist das Studenten-Budget nominal um 7,4 Prozent gewachsen, das entspricht in etwa der Inflation. Studienförderungen sowie Einnahmen aus Erwerbstätigkeit sind sowohl nominal als auch real gestiegen, direkte monetäre Unterstützung durch die Familie jeweils gesunken. 22 Prozent der Studenten gaben an, sehr starke bzw. starke finanzielle Schwierigkeiten zu haben - das ist etwas weniger als 2015 (26 Prozent). Am stärksten betroffen ist die Altersgruppe über 26 Jahren, da in diesem Alter meist der Beihilfenbezug endet und die Eltern weniger zuschießen.

FÖRDERUNG: 43 Prozent der Bildungsinländer an den Hochschulen erhalten Familienbeihilfe (2015: 41 Prozent), zwölf Prozent beziehen Studienbeihilfe (2015: ebenfalls zwölf Prozent) und sieben Prozent (2015: ebenfalls sieben Prozent) ein Selbsterhalterstipendium (Mehrfachbezug möglich). Insgesamt 45,3 Prozent (2015: 47,5 Prozent) der Studenten bekommen keinerlei Förderung.

GESUNDHEIT: Zwölf Prozent der Studenten (2015: ebenfalls zwölf Prozent) leiden nach eigenen Angaben unter einer gesundheitlichen bzw. psychischen Beeinträchtigung, die sich im Studium auswirkt: Am häufigsten genannt wurden dabei psychische Erkrankungen (fünf Prozent) und chronisch-somatische Erkrankungen (3,2 Prozent). 0,8 Prozent der Studierenden berichteten von eine studienerschwerende Behinderung.

HOCHSCHULZUGANG UND REGIONALE HERKUNFT: Im Bundesschnitt beginnen derzeit 46 Prozent im Lauf ihres Lebens ein Studium: Während es in Wien 66 Prozent sind, weist Vorarlberg dagegen nur eine Zugangsquote von 33 Prozent auf. Das Burgenland und Kärnten kommen auf je 48 Prozent, Niederösterreich auf 47, Salzburg auf 44, Tirol und Oberösterreich auf je 39 Prozent und die Steiermark auf 38 Prozent.

SOZIALE HERKUNFT: 39 Prozent der Studenten stammen aus einem Akademikerhaushalt. 26 Prozent haben Eltern mit der Matura als höchstem Bildungsabschluss, 31 Prozent Eltern mit einem über die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss (z.B. Lehre, BMS) und vier Prozent Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss. Besonders viele Studenten aus Akademikerhaushalten gibt es etwa in der Medizin (58 Prozent) und den Kunststudien (54 Prozent) bzw. an Privatuniversitäten (54 Prozent). Umgekehrt sind Studenten aus Nicht-Akademikerhaushalten am häufigsten an Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen zu finden. Für Studienanfänger gilt: Die Wahrscheinlichkeit, ein Universitätsstudium aufzunehmen, ist für Personen, deren Eltern Matura haben, dreimal so hoch wie für jene, deren Eltern keine Matura haben, an den Fachhochschulen beträgt dieser Faktor 1,8.

STRESS UND PSYCHISCHE BESCHWERDEN: 57 Prozent der Studierenden geben an, durch mindestens einen Stressfaktor (fehlende Studienmotivation, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, stressbedingte gesundheitliche Beschwerden, Schwierigkeiten der Selbstorganisation) in ihrem Studium beeinträchtigt gewesen zu sein. 48 Prozent litten unter mindestens einer der abgefragten psychischen Beschwerden (Versagensängste/ Prüfungsangst, Existenzängste, depressive Stimmungen, mangelndes Selbstwertgefühl, Kontaktschwierigkeiten/soziale Isolation). Frauen leiden sowohl häufiger unter Stress als auch unter psychischen Beschwerden.

"STUDIERBARKEIT": 56 Prozent der Studenten bewerten ihr eigenes Studium als strukturell (eher) schlecht studierbar. Am höchsten ist die Unzufriedenheit an den Lehrverbünden aus Pädagogischen Hochschulen und Universitäten (76 Prozent) sowie an den öffentlichen Unis (61 Prozent). An den Unis selbst ist nach Studienrichtungen die Pharmazie am schlechtesten studierbar, Medizin am besten.

STUDIEREN MIT KIND: 7,5 Prozent der Studenten haben zumindest ein Kind, das ist etwas weniger als 2015. Über die Hälfte der studierenden Eltern hat Kinder, die noch nicht in die Schule gehen (53 Prozent), 21 Prozent haben Kinder zwischen sieben und 14 Jahren und ein Viertel Kinder zwischen 15 und 24 Jahren. Rund ein Prozent aller Studierenden sind alleinerziehend.

WOHNSITUATION: Mehr als die Hälfte der Studenten lebt "typisch studentisch": 20 Prozent wohnen noch im elterlichen Haushalt, 25 Prozent in einer Wohngemeinschaft (WG) und elf Prozent in einem Studentenwohnheim. 44 Prozent leben in einem eigenständigen Haushalt (entweder allein oder mit Partner bzw. Partnerin). Seit 2009 hat es eine leichte Verschiebung von Einzelhaushalten in Richtung WG gegeben. Im Durchschnitt fallen für Wohnen monatlich Kosten von 440 Euro an - im Vergleich zu 2015 sind die Wohnkosten nominell um 14 Prozent und real um sieben Prozent gestiegen. Die höchsten Kostensteigerungen gab es in Klagenfurt, gefolgt von Salzburg, Leoben und Linz. Im Vergleich zu 2011 sind die Wohnkosten nominell sogar um 27 Prozent bzw. real um elf Prozent gewachsen.

ZEITBUDGET: Im Schnitt arbeiten Studenten während des Semesters wöchentlich 43,1 Stunden (2015: 42,2 Stunden). Der Löwenanteil davon entfällt auf Studientätigkeiten (30,3 Stunden), die sich wiederum auf 11,8 Stunden Anwesenheitszeiten in Lehrveranstaltungen und 18,5 Stunden für sonstige Studientätigkeiten verteilen. Die restlichen 12,8 Stunden entfallen auf Erwerbstätigkeit neben dem Studium (Studenten ohne Erwerbstätigkeit mit null Stunden inkludiert, Anm.).

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