Politik & Wirtschaft

Spörk-Erdely erhält als erste Frau an der Montanuni diese Auszeichnung © Foto Freisinger
Spörk-Erdely erhält als erste Frau an der Montanuni diese Auszeichnung © Foto Freisinger

APA

Erste "Sub-auspiciis"-Promotion für Absolventin an Montanuni Leoben

22.10.2020

Erstmals in der Geschichte der Montanuniversität Leoben wurde eine Absolventin "sub auspiciis praesidentis rei publicae" promoviert. Petra Spörk-Erdely (geb. 1991) ist damit die erste Frau an der Montanuni, die diese Auszeichnung für ihre außerordentlichen Studienleistungen erhalten hat. In der 116-jährigen Promotionsgeschichte der obersteirischen Universität hat die Ehrenpromotion überhaupt erst sieben Mal stattgefunden.

An der Leobener Montanuniversität wurde die akademische Feier pandemiebedingt vorerst ohne Bundespräsident Alexander Van der Bellen durchgeführt. Die Übergabe des Ehrenringes mit dem Wappen der Republik werde zu einem gesonderten Termin in Wien stattfinden, hieß es vonseiten der Universität. Die Promotion der Leobener Werkstoffwissenschafterin hat Studiendekan Oskar Paris vorgenommen.

Sehr gute Erfolge sind Voraussetzung

Voraussetzungen zur Erlangung einer "Promotio sub auspiciis praesidentis rei publicae" sind sehr guter Erfolg in sämtlichen Klassen der Oberstufe, die Matura mit Auszeichnung und ein Studienabschluss, in dem alle Teile der Diplom- bzw. Bachelor- und Masterprüfungen sowie das Rigorosum mit "Sehr gut" abgeschlossen wurden. Dazu kommen bestmögliche Beurteilungen der Diplom- bzw. Masterarbeit und Dissertation - und das alles bei einer "im Durchschnitt" normalen Studiendauer. Petra Spörk-Erdely hat ihr Doktorat bereits Ende 2018 abgeschlossen, durch diverse Umstände fand die Promotion der nunmehr 29-Jährigen erst jetzt statt, ließ die Montanuni wissen.

Die gebürtige Grazerin maturierte am Grazer Privatgymnasium Sacre Coeur und studierte Werkstoffwissenschaft an der Montanuniversität Leoben. Dort arbeitete sie dann an verschiedenen Lehrstühlen mit. Ihre Doktorarbeit schrieb Spörk-Erdely über intermetallische Titanaluminide. Sie erhielt u.a. den Josef-Krainer-Förderpreis und den Theodor-Körner-Preis. Derzeit baut sie eine eigene Forschungsgruppe mit dem Schwerpunkt Beugungs- und Streuverfahren mit Synchrotronstrahlung und Neutronen in der Materialforschung auf. Vor kurzem wurde sie Mutter.

Im Jahr 1904 ist die erste Promotion an der Montanuniversität Leoben erfolgt. Erst seit April 1919 steht auch Frauen in Österreich ein Technikstudium offen. Voraussetzung war zunächst noch, dass sie an den Hochschulen "ohne Schädigung und Beeinträchtigung der männlichen Studierenden nach den vorhandenen räumlichen und wissenschaftlichen Einrichtungen" Platz finden, wie es im Erlass vom 7. April 1919 hieß. Die erste Frau, die in Leoben in den montanistischen Wissenschaften promovierte, war laut Rektor Wilfried Eichlseder Miss Janet Zaph Briggs (1912-1974). Die Kalifornierin studierte in den USA Metallurgie und Bergbau, legte im Dezember 1935 an der Montanistischen Hochschule Leoben ihr Rigorosum ab und promovierte dort im Jahr 1936. Für eine Ehrenpromotion hat es damals noch nicht gereicht. Diese hat an der Montanuni Leoben erstmals im Jahr 1973 stattgefunden. Nach sechs männlichen Vorgängern hat es nunmehr auch eine Frau geschafft.

Im Studienjahr 2019/20 wurden an der Montanuni Leoben mit ihren rund 3.700 Studierenden unter den rund 630 Studienanfängern 179 Frauen gezählt. Im Studienjahr 2018/19 waren unter den 566 Absolventen 142 Frauen.

Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung