Nehmen wir die Genschere CRISPR/Cas9 als Beispiel. Mit dem von den Biochemikerinnen Emmanuelle Charpentier (Frankreich) und Jennifer Doudna (USA) entwickelten Werkzeug gab es plötzlich eine ganz neuartige Methode zur Bearbeitung des Genoms. Als „Werkzeug, um den Code des Lebens neu zu schreiben“ beschrieb das Nobelkomitee die Genschere anlässlich der Nobelpreisverlautbarung im Bereich Chemie im Jahr 2020. Mit ihr kann die Wissenschaft die DNA von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen mit höchster Präzision verändern. Sie ist heute im Forschungseinsatz, um letztlich zu z.B. nachhaltigerer Landwirtschaft und klimaresilienteren Nutzpflanzen, Therapien für genetische Erkrankungen oder neuen Biotechnologien zu gelangen.
Viele Entwicklungen, die das Potenzial haben, unseren Alltag nachhaltig zu verändern, entstehen in einer Welt, die für das menschliche Auge unsichtbar bleibt – nämlich im Mikro-und Nanobereich und damit in Größenordnungen weit unter einem Millimeter. Oder man denke an die Quantenphysik, die Phänomene in der atomaren und subatomaren Welt aufspürt und nutzt. APA-Science hat Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus unterschiedlichen Disziplinen eingeladen, im Rahmen des Schwerpunktthemas „Im Kleinen die Welt verändern: Wie aus Mikro und Nano große Innovationen hervorgehen“ Einblicke in ihre Forschung zu geben. Rund 20 Forschende stellen im Rahmen von Gastbeiträgen ihre Forschungsansätze vor und sprechen von maßgeschneiderten Proteinen und neuartigen Nanostrukturen bis hin zu Mikrorobotern für medizinische Anwendungen und Quantencomputing. Sie zeigen, wie aus Erkenntnissen auf kleinster Ebene Innovationen mit großer Wirkung entstehen können.
In der Wissenschaft spielt sich vieles in Bereichen ab, die sich unserer Wahrnehmung aufgrund ihrer Winzigkeit entziehen. Trotzdem passiert dort entscheidendes. Was im Mikro- und Nanokosmos entdeckt wird, zeigt potenziell große Wirkung. APA-Science hat „NACHGEFRAGT“, woran „im Kleinen“ derzeit geforscht wird.