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Gastbeitrag / Klaus Bischof / Freitag 18.12.20

Nach­hal­tig­keit beginnt beim Forst

Der Wald ist viel: Er ist Erho­lungs­raum. Er ist Natur­raum. Er ist Anla­ge­mög­lich­keit. Das nach­hal­ti­ge, genera­tio­nen­über­grei­fen­de Den­ken in der Bewirt­schaf­tung macht ihn dazu und zu einem zen­tra­len Werk­zeug für Nach­hal­tig­keit und im Kampf gegen den Klimawandel. 

Wald­be­sitz ist eine der bes­ten Anla­ge­mög­lich­kei­ten! Nicht nur aktu­ell, da die Zin­sen für die Ver­an­la­gung von Geld­ver­mö­gen nied­rig sind. Bei Wald­be­sitz steht schon seit jeher ein genera­tio­nen­über­grei­fen­der Gedan­ke im Vor­der­grund. Wert­be­stän­dig­keit und der Erhol-Fak­tor ist durch die Inves­ti­ti­on lang­fris­tig gege­ben. Die­ser lang­fris­ti­ge und nach­hal­ti­ge Gedan­ke spielt bei Inves­to­ren eine immer grö­ße­re Rol­le – die Ren­di­ten lie­gen der­zeit bei nur einem Pro­zent. So gibt es aktu­ell mehr Käu­fer als Ver­käu­fer, und das treibt den Preis an.

Ein durch­schnitt­li­cher Wald kos­tet heu­te in Öster­reich 2 Euro pro Qua­drat­me­ter, vor der Finanz­kri­se 2008 waren es noch 1,20 Euro, das ent­spricht einem Anstieg um zwei Drit­tel. „Der Wald­käu­fer kauft über Genera­tio­nen“, und das nicht nur des­halb, weil Wald als Anla­ge­form unschlag­bar ist. Inter­es­sen­ten suchen Wert­be­stän­dig­keit, Grund­buch­si­cher­heit und dazu einen hohen Frei­zeit- und Erho­lungs­wert. Lang­fris­tig kann sich das Enga­ge­ment also aus­zah­len, denn die Zahl der Wald­flä­chen ist begrenzt, wes­halb bei wach­sen­der Nach­fra­ge die Prei­se steigen.

Begrenz­te Res­sour­ce, wich­ti­ge Aufgabe

Die­se Begrenzt­heit des Wal­des macht den Umgang mit die­ser Res­sour­ce aber beson­ders sen­si­bel. Das Öko­sys­tem Wald ist näm­lich wei­ter­hin der Haupt­ak­teur im Kampf gegen den Kli­ma­wan­del. Der Besit­zer hat daher eine gro­ße Ver­ant­wor­tung, den Wald kli­ma­fit zu machen und zu hal­ten. So muss er heu­te mehr Ver­ständ­nis für die viel­fäl­ti­gen Funk­tio­nen des Wal­des und mehr Fle­xi­bi­li­tät haben als frü­her. Ins­ge­samt bedarf es immer mehr Ein­satz, denn nur ein nach­hal­tig genutz­ter und gepfleg­ter Wald kann sei­ne für Umwelt und Kli­ma wert­vol­len Funk­tio­nen erfül­len. Gro­ße Tei­le des Alpen­rau­mes wären ohne Wald schlicht unbe­wohn­bar, da Wald nicht nur nach­wach­sen­de Roh­stof­fe bereit­stellt, son­dern auch Natur­ge­fah­ren wie Hoch­was­ser, Stein­schlag und Lawi­nen abhält. Er ist zudem auch der größ­te ter­res­tri­sche Koh­len­stoff­spei­cher der Welt. Auch sei­ne Funk­ti­on als Erho­lungs­raum muss daher mit den ande­ren Auf­ga­ben ver­ein­bar blei­ben. Das heißt: Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten im Wald dür­fen nicht überhandnehmen.

Wald­be­stän­de in Österreich

Obwohl in Öster­reich jedes Jahr 3.400 ha Wald­flä­che nach­wach­sen und der Kli­ma­wan­del auch eine posi­ti­ve Ver­än­de­rung dar­stel­len kann, ist es wich­tig, nicht zu über­se­hen, dass das Fich­tenster­ben, der Bor­ken­kä­fer und wei­te­re Zei­chen der Kli­ma­kri­se auf­ge­hal­ten wer­den müs­sen. 51 Pro­zent der Wäl­der in Öster­reich sind rei­ne Fich­ten­wäl­der; genau des­halb ist der Bor­ken­kä­fer eine ernst­zu­neh­men­de Gefahr. Auch die Kom­bi­na­ti­on von Hit­ze­pe­ri­oden und wenig Nie­der­schlag set­zen dem rei­nen Fich­ten­wald erheb­lich zu. Der Baum mag es kühl und feucht und die kran­ken Bäu­me sind leich­tes Fut­ter für Bor­ken­kä­fer. 2019 hat der Bor­ken­kä­fer erheb­li­chen Scha­den ver­ur­sacht; 4,70 Mio. Vor­rats­fest­me­ter Schad­holz fie­len dem Käfer zugrunde.

Aber auch Stür­me, Wind­wür­fe, Über­al­te­rung durch gerin­ge Nut­zung und unge­nü­gen­de Ver­jün­gung in Fol­ge von Wild­ver­biss und Wald­wei­de, sowie Luft­ver­un­rei­ni­gun­gen schwä­chen einen gro­ßen Teil Öster­reichs zuse­hends, da etwa die Hälf­te unse­res Lan­des mit 65 Baum­ar­ten bewal­det ist. Dage­gen kann nur durch Arten­viel­falt ange­kämpft wer­den. Gro­ßes Poten­zi­al für die Arten­viel­falt ist durch die Auf­fors­tung von Misch­wäl­dern gege­ben, die durch das Fich­tenster­ben betrof­fen sind. Für die nach­hal­ti­ge Wald­wirt­schaft sor­gen zu einem gro­ßen Teil pri­va­te Wald­be­sit­zer – 80 Pro­zent der Wäl­der sind Privateigentum.

Die Über­wa­chung des Wald­zu­stan­des erfolgt ins­be­son­de­re durch Erhe­bun­gen des Bun­des­for­schungs­zen­trums Wald (BFW). Zur Ver­bes­se­rung des Öko­sys­tems Wald tra­gen Natur­wald­re­ser­va­te bei, die dafür sor­gen, dass unmit­tel­ba­re Beein­flus­sung unter­bleibt. Die­se Reser­va­te sind ein Bei­trag zur Erhal­tung und natür­li­chen Ent­wick­lung der bio­lo­gi­schen Viel­falt. Ziel der 1993 in Hel­sin­ki unter­zeich­ne­ten Reso­lu­ti­on H2 der Minis­ter­kon­fe­renz ist die Erhal­tung und Ver­bes­se­rung der bio­lo­gi­schen Viel­falt des Wal­des als Grund­vor­aus­set­zung für sein nach­hal­ti­ges Bestehen und die Erfül­lung sei­ner Funk­tio­nen. Im Berg­wald­pro­to­koll zur Alpen­kon­ven­ti­on wur­de 1991 die Ver­pflich­tung zur Ein­rich­tung eines reprä­sen­ta­ti­ven Net­zes von Natur­wald­re­ser­va­ten unter­zeich­net. In ers­ter Linie soll damit die bio­lo­gi­sche Viel­falt des Wal­des erhal­ten bzw. ver­bes­sert wer­den. Dies ist eine unab­ding­ba­re Grund­vor­aus­set­zung für das nach­hal­ti­ge Bestehen gesun­der Wäl­der, die ihre Funk­ti­on erfül­len kön­nen, ins­be­son­de­re die Siche­rung unse­res Lebens­rau­mes. Aber auch die För­de­rung der Wie­der- bzw. Wei­ter­ent­wick­lung der natür­li­chen Wald­ge­sell­schaf­ten soll vor­an­ge­trie­ben werden.

Der Wald hat also in vie­ler­lei Hin­sicht Zukunft. Ein nach­hal­ti­ger Zugang in der Bewirt­schaf­tung, im Inves­ti­ti­ons­ver­hal­ten und in der Nut­zung ist heu­te wich­ti­ger denn je.

„Der Wald­käu­fer kauft über Generationen“ Klaus Bischof

Kurzportrait

Bischof Immo­bi­li­en (iBi) ist ein auf den land- und forst­wirt­schaft­li­chen Bereich sowie den groß­vo­lu­mi­gen Anla­gen- und Gewer­be­sek­tor spe­zia­li­sier­tes Immo­bi­li­en­mak­ler-Unter­neh­men in Juden­burg und Wien. Es wur­de Anfang der 1990er Jah­re von Klaus Bischof (50) gegrün­det und ent­wi­ckel­te sich seit­her zum markt­füh­ren­den Immo­bi­li­en­bü­ro in die­sem Bereich. Seit Grün­dung wur­den der Kauf und Ver­kauf von über 100.000 ha Wald abgewickelt.

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