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Mehr zum Thema / Jochen Stadler / Freitag 29.10.21

For­schung und Kunst – För­de­run­gen und Ausbildung

In Öster­reich kön­nen For­scher und Künst­ler ver­schie­dens­te För­de­run­gen bean­tra­gen, um mit­ein­an­der zu arbei­ten und jeweils in die Welt des ande­ren hin­ein­zu­schnup­pern, um sich dort zu pro­fi­lie­ren. Ein Über­blick über die Förderprogramme:
Foto: APA/dpa

Das wich­tigs­te För­der­pro­gramm ist mit Sicher­heit das „Pro­gramm zur Ent­wick­lung und Erschlie­ßung der Küns­te (PEEK)“ des Öster­rei­chi­schen Wis­sen­schafts­fonds (FWF).

„Jede in Öster­reich künst­le­risch-wis­sen­schaft­lich täti­ge Per­son“ kann sie laut FWF bean­tra­gen. Ob sie „über die ent­spre­chen­de Qua­li­fi­ka­ti­on ver­fügt“ wird dann durch inter­na­tio­na­le Begut­ach­ter fest­ge­stellt und bewer­tet. Für „hoch qua­li­fi­zier­te Frau­en“ gibt es zusätz­lich ein Uni­ver­si­täts-Kar­rie­re­pro­gramm namens „Eli­se-Rich­ter-PEEK“.

„Dar­über hin­aus wur­den in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch ande­re För­der­pro­gram­me für den künst­le­risch-wis­sen­schaft­li­chen Bereich geöff­net“, erklärt der Wis­sen­schafts­fonds auf Anfra­ge von APA-Sci­ence. Er nennt etwa „doc.funds“  als Nach­wuchs­för­de­rung für Dok­to­ran­den, das „1000-Ideen-Pro­gramm“ für „völ­lig neue, gewag­te oder beson­ders ori­gi­nel­le For­schungs­ideen, die außer­halb des aktu­el­len wis­sen­schaft­li­chen Ver­ständ­nis­ses lie­gen“, und „Clus­ters of Excel­lence (COE)“ für die hie­si­ge For­schungs­eli­te. Um als Krea­ti­ver sol­che För­de­run­gen zu erha­schen, die a prio­ri für For­scher  gedacht sind, müs­se man künst­le­risch-wis­sen­schaft­li­che Pra­xis auf einem vor­zeig­ba­ren Level vorweisen.

Auch die Öster­rei­chi­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW) för­dert nicht nur wis­sen­schaft­lich for­schen­de, son­dern auch künst­le­risch täti­ge Dok­to­ran­den. Als Ein­zel­ne kön­nen sie ihre Pro­jek­te beim Sti­pen­di­en­pro­gramm „DOC“ ein­rei­chen, oder dies als Grup­pe von drei bis vier Per­so­nen beim Pro­gramm „DOC­team“ tun, um sich fächer­über­grei­fend einer For­schungs­fra­ge wid­men, so die ÖAW.

Wer an einer Kunst­aka­de­mie ein Stu­di­um „mit Aus­zeich­nung“ abge­schlos­sen hat, darf sich auch um ein Sti­pen­di­um des Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­ums (BMBWF) für „Spe­zi­al­stu­di­en oder als Vor­be­rei­tung für eine künst­le­ri­sche Lauf­bahn“ bewer­ben. Das Minis­te­ri­um finan­ziert auch das von der Agen­tur für Bil­dung und Inter­na­tio­na­li­sie­rung (OeAD) abge­wi­ckel­te Spar­k­ling Sci­ence 2.0 Pro­gramm, bei dem For­scher und Schü­ler zusam­men­ar­bei­ten, und dies teils auch unter Zuhil­fe­nah­me der Kunst geschieht.

Kom­mu­nen wie die Stadt Wien  för­dern eben­falls künst­le­ri­sche For­schung für alle. Die Haupt­stadt ver­gibt Gel­der an Per­so­nen, die an den vier Wie­ner Kunst­u­nis, näm­lich der Aka­de­mie der bil­den­den Küns­te Wien, Musik und Kunst Pri­vat­uni­ver­si­tät der Stadt Wien, Uni­ver­si­tät für Musik und dar­stel­len­de Kunst Wien oder Uni­ver­si­tät für ange­wand­te Kunst Wien Pro­jek­te in die­sem Bereich pla­nen. Letz­te­re hat auch selbst eine künst­le­risch-for­schen­de För­de­rungs­schie­ne, das „Ange­wand­te Pro­gramm für inter- und trans­dis­zi­pli­nä­re Pro­jek­te in Kunst und For­schung (INTRA)“.

Holp­ri­ge Ausbildungsschienen

Wäh­rend es bei den För­de­run­gen expli­zi­te Ange­bo­te an der Schnitt­stel­le von For­schung und Kunst gibt, muss der Nach­wuchs aus der Wis­sen­schaft und Kunst Krea­ti­vi­tät und Eigen­in­itia­ti­ve zei­gen, um zu einer pro­ba­ten Aus­bil­dung in die­sem Schnitt­be­reich zu gelan­gen. Es gibt offen­sicht­lich nir­gend­wo in Öster­reich spe­zi­el­le Kar­rie­re­we­ge und Aus­bil­dungs­schie­nen, die einen direkt dort hin­füh­ren. Immer­hin exis­tiert aber zum Bei­spiel an der Wie­ner Uni­ver­si­tät für ange­wand­te Kunst ein „Zen­trum Fokus For­schung“ mit eige­ner Pro­fes­sur, die sich „der Beglei­tung und För­de­rung der Dok­to­rats­stu­die­ren­den auf dem Gebiet der künst­le­ri­schen For­schung wid­met“. An der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Graz sieht man am Insti­tut für Zeit­ge­nös­si­sche Kunst, dem Insti­tut für Archi­tek­tur­theo­rie, Kunst- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten, dem Insti­tut für Archi­tek­tur und Medi­en Berüh­rungs­punk­te von Tech­nik und Kunst. Außer­dem gibt es ein Stu­di­um Elek­tro­tech­nik-Ton­in­ge­nieur, das die TU-Graz zusam­men mit der Uni­ver­si­tät für Musik und dar­stel­len­de Kunst Graz anbie­tet. Ähn­li­ches hört man von der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien: Archi­tek­tur und Bau­in­ge­nieur­we­sen, jeweils als Mas­ter- und Bache­lor­stu­di­um, wür­den wis­sen­schaft­li­che und künst­le­ri­sche Aspek­te ver­bin­den und die Stu­die­ren­den dort ler­nen, „sowohl künst­le­ri­sche als auch wis­sen­schaft­li­che Pro­blem­stel­lun­gen erfas­sen zu können“.

Die Uni­ver­si­tät Wien wie­der­um ver­weist auf diver­se Mas­ters Stu­di­en­gän­ge zu Kunst, Kul­tur und Medi­en. Die Uni­ver­si­tät Inns­bruck erklärt, dass die „the­ma­ti­sche Abde­ckung“ der Schnitt­stel­le For­schung und Kunst in ers­ter Linie in den Stu­di­en­rich­tun­gen „Bache­lor Kunst­ge­schich­te, Mas­ter Kunst­wis­sen­schaft und Bachelor/Master Musik­wis­sen­schaft“ abge­deckt sei. Zusätz­lich bie­te man einen Uni­ver­si­täts­kurs „Designing Future Rea­li­ties“ an, der eben­falls in die­se Rich­tung gehe.

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