Pläne für neuen Teilchenbeschleuniger in Genf konkretisieren sich
Die Vorbereitungen für einen riesigen Teilchenbeschleuniger in Genf in der Schweiz haben einen Meilenstein erreicht. Nach mehrjähriger Arbeit sei eine Machbarkeitsstudie für das Projekt abgeschlossen, teilte das CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung, Montagabend mit. Auf dieser Basis wollen die 22 CERN-Mitgliedsstaaten bis voraussichtlich 2028 eine endgültige Entscheidung über den Bau des Beschleunigers mit dem Namen "Future Circular Collider" (FCC) treffen.
Der FCC soll den Large Hadron Collider (LHC), den aktuellen Teilchenbeschleuniger in Genf, in den Schatten stellen. In der Machbarkeitsstudie sei ein 90,7 Kilometer langer, kreisförmiger Beschleuniger, durchschnittlich 200 Meter unter der Erde, als beste Möglichkeit für das Projekt auserkoren worden, schrieb das CERN. Damit wäre der FCC mehr als dreimal so groß wie der LHC. Der Tunnel für die Maschine soll zwischen Genf und dem benachbarten Frankreich installiert werden.
Siebenfach höhere Kollisionsenergie als bisher
Im Innern des riesigen Tunnels sollen die Teilchen beschleunigt werden, bis sie mit einer siebenfach höheren Kollisionsenergie als beim LHC ineinanderprallen. In einem ersten Schritt soll aber zunächst ein anderer Beschleuniger in den Tunnel gesetzt werden, der es laut dem CERN ermöglicht, die Produktion von Higgs-Bosonen zu maximieren und ihre Eigenschaften genauer zu untersuchen.
Die geschätzten Kosten für die Konstruktion der ersten Phase des FCC einschließlich des Tunnels und der gesamten Infrastruktur belaufen sich auf 15 Milliarden Schweizer Franken (15,75 Mrd. Euro), die in zwölf Jahren investiert werden müssten. Der Großteil der Finanzierung würde aus dem laufenden Jahresbudget des CERN stammen, hielt das Forschungszentrum fest.