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Die Krux mit Kohlendioxid

Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Poli­tik suchen nach Lösun­gen für die CO2-Pro­ble­ma­tik. Wel­che tech­no­lo­gi­schen Ansät­ze sind viel­ver­spre­chend, wel­che weniger?
Foto: AP Photo/Laurent Cipriani
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Die glo­ba­len Aus­wir­kun­gen der Treib­haus­gas­emis­sio­nen, ins­be­son­de­re des CO2-Aus­sto­ßes, sind bekannt­lich zu einem Dau­er­the­ma gewor­den. CO2 und Co. hei­zen den anthro­po­ge­nen Treib­haus­ef­fekt an, indem sie sich über­mä­ßig in der Atmo­sphä­re ansam­meln und einen Teil der Wär­me­strah­lung der Son­ne nicht mehr ins All ent­wei­chen las­sen. Die Fol­ge ist eine ste­ti­ge Erwär­mung des Kli­mas. Wenn nicht gegen­ge­steu­ert wird und die Emis­sio­nen dras­tisch sin­ken, sind dra­ma­ti­sche Fol­gen zu befürch­ten. Wet­ter­ex­tre­me, Dür­ren und Über­flu­tun­gen wer­den sich häu­fen und die Mee­res­spie­gel stei­gen, um nur eini­ge der Fol­gen zu nennen.

Es muss schnell gehan­delt wer­den, meint das Gros der Exper­ten, damit man nicht das Pari­ser Kli­ma­ziel, die welt­wei­te Erwär­mung auf deut­lich unter 2 Grad gegen­über vor­in­dus­tri­el­len Wer­ten zu begren­zen, deut­lich ver­fehlt. Ein Mix an ver­schie­de­nen Lösun­gen wird wohl Lin­de­rung brin­gen, ist die mehr­heit­li­che Mei­nung. Und eine Fra­ge taucht in Per­ma­nenz auf: „Rei­chen tech­no­lo­gi­sche Lösun­gen allei­ne aus, oder braucht es Verhaltensänderungen?”

Ver­meint­lich posi­tiv wir­ken die sta­tis­ti­schen Daten, die Emis­si­ons­kur­ve flacht etwas ab. Dar­auf ver­weist zumin­dest das Glo­bal Car­bon Pro­ject hin. Bei wei­tem kein Grund zur Ent­war­nung, die Zuwäch­se ver­lang­sa­men sich nur. Die Coro­na-Pan­de­mie hat zudem brem­send gewirkt. Die Wis­sen­schaf­ter des Glo­bal Car­bon Pro­jects erwar­ten jeden­falls für heu­er wie­der eine Rück­kehr auf das Vor-Pan­de­mie-Niveau. Die fos­si­len CO2-Emis­sio­nen dürf­ten 2021 bei 36,4 Mrd. Ton­nen lie­gen. Das sind etwa 4,9 Pro­zent mehr als 2020 und damit fast so viel wie im Vor-Pan­de­mie-Jahr 2019 (36,7 Mrd. Ton­nen nach aktu­ells­ten Zahlen).

Öster­reich-Sta­tis­tik

Für Öster­reich zeig­te der Kli­ma­schutz­be­richt 2021 des Umwelt­bun­des­am­tes im Jahr 2019 die Emis­si­on von 79,8 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­va­lent (sie­he auch Treib­haus­ga­se – Men­gen und Trends in Öster­reich und Wie die CO2-Emis­sio­nen ermit­telt wer­den). Das waren 1,5 Pro­zent mehr als im Jahr davor. Die Haupt­ver­ur­sa­cher sind: Ener­gie und Indus­trie: 43,8 Pro­zent, Ver­kehr: 30,1 Pro­zent, Land­wirt­schaft: 10,2 Pro­zent und Gebäu­de: 10,2 Pro­zent. Der Rest ent­fällt auf die Abfall­wirt­schaft und Flu­o­rier­te Gase.

Die Emis­sio­nen der öffent­li­chen Kraft- und Fern­wär­me­wer­ke  sind seit 1990 um 43,4 Pro­zent zurück­ge­gan­gen, vor allem, weil dort statt Koh­le und Öl ver­mehrt Gas und erneu­er­ba­re Ener­gie­trä­ger genutzt wer­den. Im Gebäu­de­sek­tor sind die Emis­sio­nen seit 1990 um 36,8 Pro­zent gesun­ken. „Das ist vor allem auf Maß­nah­men im Bereich der ther­mi­schen Sanie­rung, auf den stei­gen­den Anteil von erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern, die Erneue­rung von Hei­zungs­an­la­gen und den höhe­ren Anteil von Fern­wär­me zurück­zu­füh­ren“, heißt es im Bericht. In der Land­wirt­schaft sind die Emis­sio­nen eben­falls gesun­ken, näm­lich um 14,3 Pro­zent. Sie lie­gen aber noch knapp über den Klimaschutzgesetz-Vorgaben.

Die Emis­sio­nen aus dem Ver­kehr haben seit 1990 trotz immer stren­ge­rer Abgas­nor­men und moder­ne­rer Tech­nik um 74,4 Pro­zent zuge­nom­men. Sie stei­gen seit 2013 kon­ti­nu­ier­lich, nach­dem sie zwi­schen 2005 und 2012 san­ken. Im Sek­tor Ver­kehr wur­den die Ziel­wer­te deut­lich (um 2,2 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­va­lent gegen­über dem Ziel­wert 2019) über­schrit­ten. Im Sek­tor Land­wirt­schaft wur­den sie knapp ver­fehlt. Eine Über­erfül­lung gab es bei Industrie/Energie (1,2 Mil­lio­nen), Abfall­wirt­schaft (0,5 Mil­lio­nen) und auch mini­mal im Gebäudesektor.

Facts

Anteil der Treibhausgase

Im Kyo­to-Pro­to­koll wur­den die Treib­haus­ga­se regle­men­tiert: Koh­len­stoff­di­oxid (CO2) als Refe­renz­wert, Methan (CH4), Distick­stoff­oxid (Lach­gas, N2O) und die Grup­pe der Flu­o­rier­ten Gase (F‑Gase). Der Aus­stoß der Gase wird ent­spre­chend ihrem Treib­haus­gas-Poten­zi­al gewich­tet und als CO2-Äqui­va­lent aus­ge­drückt. Methan ist dem­nach 25 Mal so wirk­sam wie CO2, Lach­gas 298 Mal, F‑Gase 11 bis zu 22.800 Mal (immer bezo­gen auf einen  Zeit­raum von 100 Jahren).

Koh­len­di­oxid nahm laut Kli­ma­schutz­be­richt 2019 den größ­ten Anteil (85,1 Pro­zent) an Öster­reichs Treib­haus­gas-Emis­sio­nen ein. 

Methan ist in Öster­reich das zweit­wich­tigs­te Treib­haus­gas mit einem Anteil von 7,8 Pro­zent im Jahr 2019. 

Lach­gas hat­te 2019 einen Anteil von 4,3 Prozent. 

Die F‑Gase kamen auf 2,8 Prozent.

Ziel­wert

 

Um das Ziel von „Net­to-Null-Koh­len­di­oxid­emis­sio­nen“, das der Welt­kli­ma­rat IPCC emp­fiehlt, um die glo­ba­len Tem­pe­ra­tu­ren zu sta­bi­li­sie­ren, bis 2050 zu errei­chen, müss­te der gesam­te CO2-Aus­stoß jedes Jahr um 1,4 Mil­li­ar­den Ton­nen sin­ken. Im Coro­na-Jahr 2020 waren es aus­nahms­wei­se minus 1,9 Mil­li­ar­den Ton­nen. Eine Mons­ter­auf­ga­be, wie die meis­ten Exper­ten anmerken.

Wo anset­zen?

Dekar­bo­ni­sie­rung ist die bekann­te Devi­se. Fünf Ansät­ze, tech­no­lo­gisch kom­bi­niert, unter­stüt­zen die­se, erklärt The­re­sia Vogel, Geschäfts­füh­re­rin des Kli­ma- und Ener­gie­fonds (sie­he auch: Dekar­bo­ni­sie­rung mit Inno­va­tio­nen made in Aus­tria): Effi­zi­enz­stei­ge­rung u.a. durch Elek­tri­fi­zie­rung, Umstel­lung auf erneu­er­ba­re Ener­gie, Umstieg auf neue Pro­zess­tech­no­lo­gien, Schaf­fung von Stoff- und Mate­ri­al­kreis­läu­fen, End-of-Pipe-Ansät­ze wie Car­bon Cap­tu­re und Uti­liz­a­ti­on und Sto­rage (CCU, CCS).

Vogel ist für Öster­reich jeden­falls zuver­sicht­lich: “Dekar­bo­ni­sie­rung bedeu­tet nicht ein­fach nur, fos­si­le Ener­gie­trä­ger durch erneu­er­ba­re zu erset­zen. Sie zwingt uns viel­mehr, Sys­te­me neu zu den­ken und inno­va­tiv zu sein. (…) Am Ende ste­hen Kli­ma­neu­tra­li­tät und die Aus­sicht auf ein zukunfts­fä­hi­ges Wirt­schafts­sys­tem. Für Öster­reich als Tech­no­lo­gie­pro­du­zent bie­tet sich die gro­ße Chan­ce, mit Inno­va­ti­on die eige­nen Kli­ma­zie­le zu errei­chen und gleich­zei­tig den Wirt­schafts­stand­ort zu stär­ken, für kri­sen­fes­te Green Jobs und eine hohe Lebens­qua­li­tät zu sorgen.“

Stei­ni­ger Weg

Öster­reich könn­te künf­tig also punk­ten, für eine glo­ba­le Wen­de braucht es aber noch mas­si­ve Anstren­gun­gen. Das Umsteu­ern wer­de kein Kin­der­spiel, erklä­ren Exper­ten im Gespräch mit APA-Sci­ence (sie­he auch: Inno­va­ti­on plus Ver­än­de­rung: Umsteu­ern wird kein Kin­der­spiel). Tech­no­lo­gi­sche Inno­va­ti­on und die Reduk­ti­on des Res­sour­cen­be­darfs sei­en nicht von­ein­an­der zu tren­nen. „Wir brau­chen jede Reduk­ti­on, die wir krie­gen kön­nen. Den Rest, bei dem das nur sehr schwer mög­lich ist, durch erneu­er­ba­re Ener­gie zu decken, wird schwie­rig genug“, erklärt Hel­mut Haberl vom Insti­tut für Sozia­le Öko­lo­gie der Uni­ver­si­tät für Boden­kul­tur (BOKU).

„Ein Groß­teil der Gebäu­de wird fos­sil beheizt, ein Groß­teil der Mobi­li­tät wird mit fos­sil befeu­er­ten Autos und Lkws bewerk­stel­ligt und im Pro­duk­ti­ons­be­reich gibt es ganz har­te Nüs­se wie Beton und Stahl“, skiz­ziert er die gro­ßen CO2-Pro­blem­fel­der. Natür­lich gebe es in die­sen Berei­chen viel­ver­spre­chen­de Tech­no­lo­gien. Letzt­end­lich bedür­fe es aber einer Gesamt­um­stel­lung, wie unse­re Gesell­schaft funk­tio­niert: „Die Vor­stel­lung, dass die Inge­nieu­re irgend­et­was machen und dann leben wir nach­hal­tig wei­ter als wäre nichts gewe­sen, hal­te ich für höchst naiv“, so Haberl.

Die Pro­ble­ma­tik in Zahlen

Die Emis­sio­nen sind 2020 coro­nabe­dingt zurückgegangen

CO2-Anteil im Ver­lauf der Erdgeschichte

Es gilt, den Tem­pe­ra­tur­an­stieg zu begrenzen

Kleinst­le­be­we­sen

Ein Weg, der von For­schern – vor allem Bio­tech­no­lo­gen und Che­mi­kern – zuse­hends beschrit­ten wird, ist der Ein­satz von Mikro­or­ga­nis­men (z.B. Bak­te­ri­en und Hefen), die CO2 effi­zi­ent meta­bo­li­sie­ren und damit bin­den (sie­he auch: Klei­ne CO2-Fres­ser). Gemein­sam sind den For­schun­gen Car­bon Cap­tu­re and Uti­liz­a­ti­on-Ansät­ze (CCU), wobei das CO2 in wei­te­ren Pro­zes­sen ver­wer­tet wird. Statt des übli­chen Zuckers wird den Kleinst­le­be­we­sen CO2 „ver­füt­tert“ und somit gebun­den. Außer­dem könn­ten mit die­sen Tech­no­lo­gien die Abhän­gig­keit von fos­si­len Koh­len­stoff­quel­len und die Aus­beu­tung von Schlüs­sel­res­sour­cen wie Ener­gie, Roh­stof­fen, Land und Was­ser redu­ziert wer­den. Im Ide­al­fall wür­den am Ende der Pro­zes­se Bau­stei­ne für die Kunst­stoff­pro­duk­ti­on aber auch die Fut­ter- oder Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on stehen.

„Die trei­ben­de Kraft ist momen­tan, dass der CO2-Aus­stoß und die dar­aus resul­tie­ren­den Aus­wir­kun­gen auf das Kli­ma in den Griff bekom­men wer­den müs­sen“, erklärt zum Bei­spiel Regi­na Krat­zer vom Insti­tut für Bio­tech­no­lo­gie und Bio­pro­zess­tech­nik der TU Graz und dem Aus­tri­an Cent­re of Indus­tri­al Bio­tech­no­lo­gy (acib). Prin­zi­pi­ell fin­det die For­sche­rin die­se Form die­ser CO2-Ver­wer­tung „sehr cool“. Einer­seits wol­le man das Gas weit­ge­hend aus der Luft bekom­men, ande­rer­seits wer­de es irgend­wann die ein­zi­ge Koh­len­stoff­quel­le sein, die man als Roh­stoff ein­set­zen kann, will man nicht auf pflanz­li­che Roh­stof­fe zurück­grei­fen und damit die Nah­rungs­mit­tel­her­stel­lung konkurrenzieren.

Brü­cken­tech­no­lo­gie Wald

Ohne Koh­len­stoff kein Leben, das ist klar (sie­he auch: Der Koh­len­stoff­kreis­lauf). Ein­ge­la­gert wird er ter­res­trisch vor­zugs­wei­se in Böden und Wäl­dern (sie­he auch: Die Natur inha­lie­ren las­sen). Zusam­men­ge­fasst kann man sagen: „Laut aktu­el­lem Kli­ma­schutz­be­richt ist die Land­nut­zung in Öster­reich eine Net­to-Sen­ke, es wur­de im Zeit­raum 1990 bis 2019 in allen unter­such­ten Kate­go­rien – Acker, Grün­land, Feucht­ge­bie­ten, Sied­lungs­raum, sons­ti­ges Land, Holz­pro­duk­te, Wald – also mehr Koh­len­di­oxid auf­ge­nom­men als abge­ge­ben.“ Es ist aber noch Luft nach oben, mei­nen sowohl Sophie Zech­meis­ter-Bol­tens­tern, Lei­te­rin des Insti­tuts für Boden­for­schung und Simo­ne Ging­rich vom Insti­tut für Sozia­le Öko­lo­gie, bei­de BOKU.

Wäl­der hät­ten jeden­falls das Zeug zur Brü­cken­tech­no­lo­gie. „Gera­de in den nächs­ten Jahr­zehn­ten – bis ande­re Tech­no­lo­gien zur Ver­fü­gung ste­hen, mit denen man viel­leicht CO2 aus der Atmo­sphä­re abzie­hen kann, ste­hen Wäl­der groß­flä­chig zur Ver­fü­gung. Bis dahin könn­te eine Exten­si­vie­rung von Wäl­dern durch­aus auch dazu bei­tra­gen, dass die­se noch stär­ke­re Koh­len­stoff­spei­cher wer­den. Als Brü­cken­tech­no­lo­gie kann das eine sinn­vol­le Maß­nah­me sein“, erklärt Gring­rich im APA-Science-Gespräch.

Was ist der Preis?

Was sol­len also CO2  und CO2-Äqui­va­len­te kos­ten, das ist wohl der zen­tra­le Punkt in der Dis­kus­si­on um den Emis­si­ons­han­del. Um CCU-Tech­no­lo­gien vor­an­zu­trei­ben (vor allem bezüg­lich des Ener­gie­ein­sat­zes), kom­me es zum Bei­spiel sehr dar­auf an, ob man den rich­ti­gen Preis auf das Koh­len­di­oxid „klebt“, um in die Rich­tung mehr erneu­er­ba­re Ener­gien zu len­ken, war unter den von APA-Sci­ence befrag­ten Wis­sen­schaf­tern häu­fi­ger zu hören. Das habe aber auch sei­ne Gren­zen, abhän­gig von den Gege­ben­hei­ten in den ver­schie­de­nen Län­dern. Wenn ein­fach nicht die Flä­chen oder Bedin­gun­gen für mehr erneu­er­ba­re Ener­gie­er­zeu­gung vor­han­den sei­en, kön­ne man nur wenig über den CO2-Preis machen. Da brau­che es dann inter­na­tio­na­le Lösun­gen, hieß es.

„Bis­lang feh­len (…) über­zeu­gen­de empi­ri­sche Bele­ge dafür, dass eine Beprei­sung von CO2 den tech­no­lo­gi­schen Wan­del her­bei­füh­ren kann, der für eine voll­stän­di­ge Dekar­bo­ni­sie­rung der Wirt­schaft und der Gesell­schaft erfor­der­lich ist“, schrei­ben WIFO-For­scher in ihrem Gast­bei­trag „Nur ein hoher Preis redu­ziert CO2-Emis­sio­nen effek­tiv“.  Sie mei­nen, dass „Paket­lö­sun­gen” kom­bi­niert aus meh­re­ren kli­ma­po­li­ti­schen Maß­nah­men im All­ge­mei­nen und preis­ba­sier­ten Instru­men­ten im Beson­de­ren sehr wahr­schein­lich effek­ti­ver sind als Einzelmaßnahmen.

„Es geht auch nicht um eine Ver­zichts­de­bat­te. Mög­li­cher­wei­se ist es ein ande­res Leben als das heu­ti­ge, aber nicht unbe­dingt schlechter.” Hel­mut Haberl, BOKU

Zu Öster­reichs CO2-Preis-Plä­nen schrei­ben die Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ter vom WIFO: „Zwar sind sowohl Ein­stiegs­preis als auch Preis­pfad mäßig ambi­tio­niert und wer­den zumin­dest kurz­fris­tig kaum Len­kungs­ef­fek­te haben. Die Wirk­sam­keit der CO2-Beprei­sung wird jedoch ver­stärkt durch die Ein­bet­tung in Begleit­maß­nah­men, ins­be­son­de­re in Inves­ti­tio­nen in den öffent­li­chen Ver­kehr sowie För­de­run­gen und steu­er­li­che Anrei­ze, die den Umstieg auf kli­ma­freund­li­ches Woh­nen und Mobi­li­tät unterstützen.“

Über CO2 sprechen

Kli­ma­wan­del, Treib­haus­gas-Emis­sio­nen, CO2-Prei­se, IPCC, COP26 uvm.: Ein kom­ple­xes The­men­ge­biet, genau­so kom­plex ist es, dar­über zu reden. Am MCI in Inns­bruck wird im Som­mer­se­mes­ter 2022 ein Car­bon Liter­acy Trai­ning ange­bo­ten. Dabei ler­nen die Stu­die­ren­den in Grund­zü­gen den wis­sen­schaft­li­chen Hin­ter­grund der Kli­ma­kri­se. Ein wich­ti­ges Ziel des Trai­nings ist laut dem Gast­bei­trag „Car­bon Liter­acy Trai­ning am MCI: Wis­sen ent­wi­ckeln, Bewusst­sein schär­fen, Ver­ant­wor­tung über­neh­men“ die Befä­hi­gung, selbst­si­cher mit ande­ren über den Kli­ma­wan­del spre­chen zu können.

Resü­mee

„Im Gro­ßen und Gan­zen ver­sucht man (…) umzu­steu­ern. Die Fra­ge ist, ob es gesell­schaft­lich pas­sie­ren wird. Das ist kei­ne tech­ni­sche Fra­ge und es ist gro­tesk, so zu tun als ob. Es geht auch nicht um eine Ver­zichts­de­bat­te. Mög­li­cher­wei­se ist es ein ande­res Leben als das heu­ti­ge, aber nicht unbe­dingt schlech­ter. Die Fra­ge ist, ob man es will und ob es gelingt, in den Struk­tu­ren ent­spre­chend umzu­steu­ern. Aber ohne die poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung geht es nicht“, fasst BOKU-For­scher Haberl zusammen.

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